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Grußwort zum Jubiläum „100 Jahre Fußball in Sosa“ am 24. Mai 2013

Sehr geehrter Herr Landrat,
Sehr geehrter Vereinsvorsitzender,
Sehr geehrte Damen und Herren Gäste,
liebe Mitglieder des Fußballsportvereins Sosa e. V.,

 

es gibt nur wenige Vereine in unserer Region, die auf eine lange Vereinsgeschichte zurückblicken können. 100-jährige Vereinsjubiläen sind daher eine relative Seltenheit und verdienen zu Recht, gefeiert zu werden. Ich möchte Ihrem Verein und Ihnen als Mitgliedern zu Ihrem wirklich historischen Jubiläum die herzlichen Grüße und Glückwünsche des Stadtrates und des Ortschaftsrates überbringen. Wir gratulieren Ihnen heute zu einer bemerkenswerten Vereinsgeschichte und zu Ihrer erfolgreichen Arbeit.

 

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wurden überall im Lande Sportvereine neu ins Leben gerufen wurden. Darunter waren viele Fußballvereine und in unserer Region auch Skivereine, die daher heute auf eine sehr lange und stolze Geschichte zurückblicken können. Ein anderer nicht weniger bekannter Fußballverein ist etwas älter als der FSV Sosa – der FC Bayern München. Zu dessen 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 hielt damals ein den Älteren sicher bekannten Fußballexperte namens Loriot eine scharfsinnige Festrede. Die Entstehung der Fußballvereine beschrieb er darin wie folgt:


„ … im Deutschen Reich (besaß) die ernsthafte turnerische Leibesübung moralischen Vorrang … . Des deutschen Mannes Heimat war sein Turnverein. Dort sprang er mehrfach pro Woche in die Grätsche, beugte den Rumpf zur Ehre des kaiserlichen Landesherrn und stärkte den Leib für Familie, Volk und Vaterland. Nicht so die Fußballer. Als verspieltes Anhängsel des Männerturnvereins fehlten sie dort häufig unentschuldigt, vergaßen Frauen, Fürst und Vordermann, um sich dem Fußball zu widmen, ihrem eigentlichen Lebenszweck. Das heißt, sie ruinierten ihre Schuhe, schlugen sich die Knie auf und kamen zu spät zum Abendessen . . . aber es war der Weg in die Unsterblichkeit!“

Es ist ja allgemein bekannt, dass ich kein allzu großer Fußballexperte bin. Deshalb sehe ich manch hitzige Debatte um das runde Leder, manch emotional geladene Fußballpartie und auch die eine oder andere Rivalität eher gelassen. Das macht es mir heute als Eibenstocker vielleicht auch etwas einfacher, zu Ihnen als Sosaer über das Thema „Fußball“ zu reden. Das erste Mal kam ich mit dem Sosaer Fußball während der „Oberschulzeit-Zeit“ in Kontakt, als immer die Mannschaften bei Klassenspielen gewannen, wo Sosaer mitspielten. Ich kann mich stets daran erinnern, dass, wenn vom Sosaer Fußball die Rede war, meistens von gutem Fußball die Rede war. Deshalb ist es für mich auch kein Wunder, wenn der FSV Sosa heute der mitgliederstärkste Verein im Ort ist und durch seine Arbeit ein wichtiger Bestandteil des kulturellen und sportlichen Lebens in Ihrem Ort ist.

 

Wer heute von Sport spricht, der meint damit häufig den Spitzensport mit überragenden Einzelleistungen. Weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht zu Unrecht vor allem die Breiten- und Jugendarbeit unserer Vereine. Es sind Vereine wie der FSV Sosa, die Kinder und Jugendliche für Sport begeistern, deren Talente und Fähigkeiten entwickeln und damit Selbstvertrauen erzeugen. Vielleicht ist ja schon heute in Ihrer Fußballjugend ein Spieler dabei, den wir in einigen Jahren in einem Bundesligatrikot oder den Farben der Nationalmannschaft auflaufen sehen. Sie gehören unter den fast 70 Vereinen unserer Gesamtgemeinde zu denen, die eine aktive Nachwuchsarbeit betreiben und so dafür sorgen, dass nicht nur ein Angebot für Kinder und Jugendliche schlechthin gemacht wird, sondern auch ein Anlaufpunkt für viele Familien vorhanden ist. Wir wissen alle, dass der demografische Wandel enorme Auswirkungen auch auf die Arbeit unserer örtlichen Vereine hat. In den meisten Ortsteilen ist ein regelrechter Wettbewerb um die Nachwuchssportler entbrannt. Jede Sportart möchte junge Menschen für sich gewinnen, um auch sportlich gesteckte Ziele verwirklichen zu können. Diese Arbeit erledigen Sie mit großem Eifer und dafür muss Ihnen gedankt werden.


Fußball hat heute sehr viel mit Geld zu tun. In den oberen Spielklassen kann Abstieg oder Klassenerhalt über Leben oder Ruin eines Vereins entscheiden. Die meisten Spieler in den Bundesligen stammen nicht aus dem Ort für den sie spielen. Identifikation reduziert sich auf den Vereinsnamen oder au ein Vereinstrikot. Eintrittskarten zu Spitzenspielen der Bundesliga kann sich auch nicht mehr jeder leisten. Das war und ist sicher nicht die beste Entwicklung. Doch hier an der Basis spielen noch die Jungs aus dem Ort. Hier herrscht noch diese Identifikation, die ja das eigentlich Tolle am Fußball ist. Das sollten wir bewahren.

 

Sportlich gesehen kann der Verein auf eine beeindruckende Bilanz zurückschauen. Der viel zitierte Aufstieg in die DDR-Liga und auch der Bezirkspokalgewinn sind ja nur die Spitze einer ganzen Menge von Erfolgen. Umso etwas zu erreichen, muss schon ein ganzer Ort dahinter stehen bzw. ein wenig fußballverrückt sein. Was für mich aber ebenso beeindruckend ist und für diese Tatsache spricht, ist der Neubau des Kunstrasensportplatzes hier nebenan in den Jahren 2003 und 2004 erfolgte. Eine Sportstätte mit diesen Größenordnungen an Investitionskosten mit so viel eigenen Mitteln zu unterstützen, stellt für mich schon eine außergewöhnliche Leistung dar.

 

In einer Zeit, wo die Kommunen es mit Kostenexplosionen in den verschiedensten Pflichtaufgabenbereichen zu tun haben, ist das Engagement von Vereinen bei der Errichtung und Unterhaltung von Freizeitstätten von existenzieller Bedeutung. Die Zeit ist nicht mehr fern, wo für freiwillige Aufgaben in einer Kommune mit geringer Wirtschaftskraft, wie wir sie unter vielen anderen auch hier am Erzgebirgskamm darstellen, kaum noch Spielräume bestehen. Deswegen wissen wir zu schätzen, wenn Sie als Sosaer sagen, dieser Verein ist es uns wert, sich dafür zu engagieren, im Besonderen auch finanziell.

 

In einer 100-jährigen Geschichte gibt es gerade im Teamsport nicht nur Erfolgserlebnisse. Es gilt, sowohl sportliche, organisatorische oder auch finanzielle Rückschläge zu verkraften. Aber die Stärke und Robustheit eines Vereins zeigt sich ja gerade darin, wie man mit Schwierigkeiten und Problemen umgeht. Eine besondere Verantwortung trägt ja immer der Vorstand eines Vereins und je größer ein Verein wird, umso größer werden auch die Aufgaben und Anforderungen an die Verantwortlichen. Deswegen gilt es, allen Vorständen in besonderer Weise zu danken, weil sie das Rückgrat des Vereins darstellen und über seine Entwicklung bestimmen. Fußball ist ein Mannschaftssport. Er funktioniert nur, wenn einer sich auf den anderen verlassen kann und wenn eine gesunde Konkurrenz im Positiven das Geschäft belebt. Deshalb muss die Tradition eines Vereins von Generation zu Generation weiterleben. Junge müssen bereit werden, Verantwortung zu übernehmen und dieser auch gerecht zu werden und ältere Vereinsmitglieder müssen bereit sein, Verantwortung abzugeben. In vielen Vereinen ist dies immer wieder ein Prozess, der großes Verständnis von allen Seiten erfordert. Die Vereine, denen die Weitergabe und die Übernahme von Aufgaben am besten gelingt, stehen meist auch am solidesten dar. Ich möchte Sie deshalb ermutigen, als Team jeder an seinem eigenen Platz auch weiter mitzuarbeiten und mitzuhelfen, dass der FSV Sosa auch in der Zukunft ein starker Verein bleibt.

 

Wir als Stadt werden uns bemühen, eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen anzustreben und den Verein auch weiter zu unterstützen. Sicherlich werden nicht in jedem Jahr große Investitionen möglich sein. Aber eine gute Zusammenarbeit vollzieht sich ja auch im Alltäglichen, wenn es darum geht, Routineaufgaben zu erfüllen. Im Rahmen der Vereinsförderung haben wir für die Jugendmannschaften auch weitestgehend Kostenfreiheit für die Benutzung aller Sportstätten geschaffen. Möge deshalb die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein auch weiterhin im positiven Miteinander erfolgen und auch zukünftig Garantie dafür sein, dass sportliche Erfolge gefeiert werden können. Wenn ein Fußballverein einen Titel erringt, ganz gleich in welcher Altersklasse, so bedeutet dies auch immer die Stärkung des Ansehens unserer Gemeinde.

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen auch weiterhin viel Erfolg und für den heutigen Abend ein paar gesellige Stunden im Kreise Ihrer Mitglieder und Gäste. In diesem Sinne möchte ich Ihnen die Jubiläumszuwendung der Stadt Eibenstock überreichen.

 

Uwe Staab
Bürgermeister