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Grußwort zum 100-Jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld und zum 85-jährigem Bestehen der Feuerwehrkappelle Carlsfeld

Liebe Kameradinnen und Kameraden der FFW Carlsfeld,

Sehr geehrter Landrat,

Liebe Gäste,

 

zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld möchte ich Ihnen heute meine herzlichen Glückwünsche und die herzlichen Grüße des Stadtrates von Eibenstock überbringen. Solch ein rundes Jubiläum gehört hier in Carlsfeld, was die Geschichte von Vereinen und Verbänden angeht, zu den sehr seltenen Ereignissen. Älter als die Carlsfelder Feuerwehr ist meines Wissens nach nur der Skiclub, der im vergangenen Jahr sein 100-jähriges gefeiert hat.

 

Feuerwehrleute werden ja oft auch als Floriansjünger bezeichnet. Ich muss gestehen, dass ich zwar weiß, dass Sankt Florian der Schutzpatron aller Feuerwehrleute ist, aber mit den historischen Hintergründen hatte ich mich bisher noch nicht beschäftigt. So habe ich also nachgeschaut und fand etwas sehr Interessantes. Am 4. Mai des Jahres 307 starb Florian von Lorch durch eine Hinrichtung. Als bekennender Christ sah der römische Kaiser Diokletian in ihm und auch in anderen Christen eine Gefahr und ließ die Anhänger der jungen Religion verfolgen und ermorden. Auch Florian von Lorch starb den Märtyrertod. Dargestellt wird Florian meistens als Soldat mit Fahne, Wasserkübel und einem Mühlstein um den Hals. Letzteres war das Symbol für seine Hinrichtung, denn er wurde von einer Brücke in die Enns gestürzt.

 

Wie aber wird ein christlicher Märtyrer zum Schutzpatron der Feuerwehr? Es gab die Legende, dass er in seiner Jugend ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet hat. Daraus entstand im 15. Jahrhundert die noch heute lebendige Tradition. Zuvor galt er als Wasserheiliger, was mit der Legende um seinen Tod zu tun hat. Florian von Lorch war der höchste Beamte des römischen Statthalters Aquilinius in der Provinz Norikum (dem Gebiet um das heutige St. Pölten in Österreich). Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Christentum verlor er jedoch diese Stellung. Der Römer ließ in Lorch an der Enns Christen verfolgen und einsperren. Florian eilte dorthin, um seinen 40 Glaubensbrüdern zu helfen. Doch auch er wurde verhaftet, verurteilt und hingerichtet. Die Überlieferung berichtet, dass zunächst niemand die Hinrichtung an Florian vollziehen wollte. Spätere Überlieferungen berichten von einem Strafwunder. Dem Mann, der Florian von der Brücke stürzte, brachen die Augen. So findet man in der Kunst häufig die Darstellung von Florian, wie dem Mann, der das Todesurteil vollstreckte, die Augen aus dem Kopf fielen. Auch tragisch war, dass 8 Jahre nach der Hinrichtung Kaiser Konstantin allen Christen die volle Glaubensfreiheit zugesichert hat.

 

Diese Geschichte von Florian weist ja im Kern darauf hin, dass er als Mensch uneigennützig und mit Gottvertrauen anderen Menschen aus Gefahrensituationen heraushelfen wollte bzw. sich selbst in Gefahr brachte. Dies ist ja immer der Fall, wenn Feuerwehrleute in einen Brandbekämpfungseinsatz oder in einen Hochwassereinsatz hineingehen. Auch sie setzen ihre eigene Gesundheit, in manchen Fällen sogar ihr eigenes Leben, aufs Spiel, um andere Menschen zu retten. Und deshalb ist es wichtig, den Feuerwehrleuten auch der gebührende Respekt und die gebührende Anerkennung innerhalb des Gemeinwesens zu geben. Oftmals wird der Dienst der Kameraden der Feuerwehren viel zu wenig in der Ortsgemeinschaft wahrgenommen. Deshalb sind solche Anlässe, wie das heute 100-jährige Jubiläum hier in Carlsfeld, wichtige Wegemarkierungen, an denen keiner vorbeikommen kann.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Carlsfeld hat sich mit diesem Wochenende vorgenommen, ihren Dienst und auch ihre Arbeit im Ort bekannt zu machen, auf sich aufmerksam zu machen. Ich wünsche deshalb, dass das bevorstehende Festwochenende auch ein großer Erfolg wird und die Feuerwehr der Ortsgemeinschaft ein Stück näher bringt.

 

Wie wichtig die Feuerwehren sind, haben wir ja erst vor drei Wochen bei dem sehr heftigen Hochwasser auch auf unserem Gemeindeterritorium erleben müssen. Die Feuerwehren haben es mit großem Einsatz an Zeit und Kraft geschafft, großen Schaden von unserer Stadt mit ihren Ortsteilen und vor allem von vielen Menschen abzuhalten. Gut organisiert und gut ausgebildet konnte innerhalb kürzester Zeit mit der vorhandenen Technik aktive Hilfe geleistet werden. Solche Momente, wie die Hochwassernächte, machen einem immer wieder deutlich, dass es nicht genug ist, die Feuerwehren zu haben und sie „über Wasser zu halten“. Sie müssen ein Mindestmaß an Ausstattung haben und jederzeit einsatzbereit sein. Ohne das ständige Üben ist ein koordinierter Ablauf solcher Rettungseinsätze nicht vorstellbar. Wir möchten Ihnen deshalb danken für Ihre Einsatzbereitschaft, für Ihren enormen Zeitaufwand, den Sie für die Feuerwehr aufbringen und für Ihren persönlichen Einsatz im Rettungsfall. Ausdrücklich loben möchte ich Ihre hervorragende Jugendarbeit.

 

Zu jedem Feuerwehrmann oder jeder Feuerwehrfrau gehört auch eine Familie. Ein Dienst kann nur dann getan werden, wenn die Familie auch dahintersteht. Deshalb ist es auch ein wichtiges Bedürfnis, allen Familien dafür zu danken, dass sie ihre Feuerwehrleute unterstützen und auch moralisch begleiten. Wenn ein Feuerwehrmann weiß, dass seine Familie bei seinem Einsatz und seinem Dienst hinter ihm steht, wird er auch freien Herzens seine Aufgaben erfüllen. Deshalb auch an Sie, lieben Familien, mein herzlicher Dank.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Carlsfeld hat ja in den vergangenen Jahren mit neuer Einsatztechnik auch die Unterstützung der Stadt erhalten. Dass der gegenwärtige Zustand des Feuerwehrgerätehauses nicht befriedigend ist, braucht nicht diskutiert werden. Es ist eine Tatsache. Dieser wollen wir uns aber stellen und deshalb freue ich mich, dass wir im Haushaltsjahr 2013 die Planungsmittel für ein neues Feuerwehrgerätehaus hier in Carlsfeld einstellen konnten. So wie es im Moment aussieht, sind unsere Aussichten für das Jahr 2014 eine öffentliche Förderung über das entsprechende Förderprogramm zu erhalten, sehr gut. Entsprechende Gespräche und Abstimmungen mit dem Landratsamt sind bereits gelaufen bzw. finden noch in der 2. Jahreshälfte statt. Im nächsten Arbeitsschritt wollen wir gemeinsam mit der Wehrleitung das Raumprogramm abstimmen und die Standortvarianten näher untersuchen. Wir hoffen sehr, Ihnen zum Jahresende eine vollständige Planung vorlegen zu können, mit der wir dann auch in die Fördermittelantragstellung gehen möchten. Ich hoffe sehr, dass wir dann auch in der Feuerwehr Carlsfeld die notwendigen Voraussetzungen für einen modernen Dienst schaffen können. Wir brauchen die Feuerwehr in Carlsfeld, weil sie in der Höhenlage von über 800 m unsere Einsatzgruppe für den „Hochgebirgsbereich“ unserer Gemeinde ist.

 

Auch können wir stolz darauf sein, als Gemeinde noch eine Feuerwehrkapelle zu besitzen. Ich weiß nicht, wie viele es im gesamten Erzgebirgskreis gibt, aber ich weiß sicher, dass es nur wenige sind. Dass ein kleiner Ort wie Carlsfeld eine solche Musiktradition aufrechterhalten kann, verdient unseren Respekt. Besonders erfreulich ist auch, dass wir den einen oder anderen jungen Kameraden in den Reihen der Feuerwehrkapelle entdecken können. Dies ist ein gutes Zeichen und zeigt ja, wie musikalisch der Ort Carlsfeld insgesamt ist. Wenn im Bandonionorchester und auch in der Feuerwehrkapelle viele junge Carlsfelder mitspielen, kann das nur ein gutes Zeichen sein. Auch bei den Kameraden der Feuerwehrkapelle möchte ich mich bedanken. Sie begleiten ja die eine oder andere Veranstaltung auf unserem Gemeindeterritorium mit und helfen so, auch unsere Kulturtraditionen zu bewahren. So wünsche ich auch Ihnen alles Gute für die Zukunft. Soweit es uns möglich ist, wollen wir dies auch unterstützen.

 

Zum Schluss muss ich ja auch noch die Querverbindung zwischen Florian von Lurch als Schutzheiliger der Feuerwehrleute und seinem ursprünglichen Beruf als Bierbrauer herstellen. Aber das brauche ich einer gestandenen Feuerwehr wohl nicht zu erläutern. Natürlich gehört es auch dazu, nach getanem Dienst auch auf die gelungene Rettungsaktion anzustoßen. Dies ist nicht unwürdig oder unehrenhaft, sondern es gehört zum Leben als Feuerwehrmann mit dazu. Bier ist ein isotonisches Getränk mit vielen Kohlenhydraten. Und genau das braucht ein Feuerwehrmann, wenn er von einem Hochwassereinsatz beispielsweise abgekämpft zurückkommt. Auch an Tagen wie zu diesem Jubiläum gehört dies natürlich dazu. Man stelle sich vor, man hätte das Bier nie erfunden.

 

So wünsche ich der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld auch in Zukunft immer eine starke und einsatzbereite Truppe mit einen guten Zusammenhalt. Für den heutigen Abend und das Festwochenende wünsche ich Ihnen gutes Gelingen und viele schöne und gemütliche Stunden.


Uwe Staab
Bürgermeister