Sie haben keinen Flashplayer installiert.
Klicken Sie auf folgendem Link (kostenfrei installieren):

Get Adobe Flash player
zum Sommerpanorama
zum Winterpanorama
 deutsch  english  cz 
HOME  |  IMPRESSUM  |  KONTAKT  |  DRUCKEN
Unsere StadtTourismusAktuellesWirtschaftWebcamsBürgerservice
Suchen & Buchen
vom:
bis:
Auch zeitweise belegte Unterkünfte einbeziehen.
Personen
Gruppe
(auf mehrere Zimmer der Unterkunft verteilt)
Prospekte bestellen

Rede zur Jahreshauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Eibenstock am 09.11.2013 im Kulturzentrum "Glück auf!"

Liebe Kameradinnen und Kameraden,
Sehr geehrte Gäste,

 

zur heutigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Gesamtfeuer der Stadt Eibenstock möchte ich Sie auf das herzlichste begrüßen. Ich freue mich sehr, dass die heutige Veranstaltung die erste offizielle Veranstaltung der Stadt Eibenstock seit der Übergabe hier im Kulturzentrum „Glück auf!“ ist. Diese fand ja fast auf den Tag genau vor einem Jahr statt. Ebenso möchte ich Ihnen die herzlichen Grüße des Stadtrates von Eibenstock überbringen, der ja immer sehr interessiert und begleitend das Geschehen in den Feuerwehren unterstützt.

 

Bekanntlich sitze ich ja um diese Zeit des Jahres in fast jeder freien Minute über die Gestaltung des „Eibenstocker Jahresrückblickes“, den ja auch immer viele Feuerwehrkameraden erwerben. Beim Zusammenstellen des Manuskriptes finden immer wieder auch Meldungen zur Arbeit der Feuerwehr Platz. So viel und so geballt wie im nun anstehenden Berichtszeitraum habe ich aber noch in keinem der vorangegangenen Hefte an Textbeiträgen aufnehmen können. Ich war regelrecht erstaunt.

 

Auch Sie werden bei einem gedanklichen Rückblick auf das vergangene Jahr feststellen, das es eines der ereignisreichsten Jahre seit der Wende überhaupt war. Großbrand vor Weihnachten, Großbrand zu Silvester, Schneebruch, Technische Hilfeleistung, Hochwasser im Januar, Hochwasser im Juni, Öl auf der Trinkwassertalsperre und vieles andere mehr an Einsätzen. Wann gab es das schon einmal in dieser Menge und Vielfalt?

 

Darüber hinaus gab es auch eine ganz Anzahl von Veranstaltungen,die von der Feuerwehr selbst vorbereitet und durchgeführt wurden, die das kulturelle Leben der Stadt sehr bereichert haben. Ich denke dabei an das Jubiläum der Ortswehr in Carlsfeld, die Tage der offenen Türen in den Ortswehren, an die Arbeit in den Jugendfeuerwehren einschließlich des erfolgreichen Abschneidens bei Wettkämpfen, an die Zeltlager bzw. Ausbildungsveranstaltungen und an die Ausfahrt nach Hamburg. Ohne unsere Feuerwehr ist keine Großveranstaltung im Ort mehr denkbar. Ob am Skihang, zum Drei-Talsperren-Marathon oder auch zu Reitveranstaltungen. Überall seid Ihr gefragt und gefordert. Das zeigt, welch ein Leben in unseren Feuerwehren steckt. Sie zählen in einer Zeit, wo aufgrund des demografischen Wandels so mancher Verein auseinanderbröckelt, zu den Leuchttürmen in unserer Stadt.

 

Da dies nicht alles selbstverständlich ist, möchte ich mich auf diesem Wege auf das Herzlichste bei Ihnen für Ihre Einsatzbereitschaft und für Ihr Engagement bedanken. Ein solches Jahr so eindrucksvoll gemeistert zu haben, ist ein Zeichen für eine stabile Gemeinschaft. Dies verdient Respekt und Anerkennung unserer Bürgerschaft. Gerade in den Tagen des Hochwassers haben es die Menschen gespürt, wie wertvoll Ihre Arbeit ist.

 

Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Jahr 2010 auf dem Bundesfeuerwehrtag, als dieser in Leipzig stattfand, einmal gesagt:

 

„Wir haben in unserem Land– das hat natürlich auch mit der sehr dichten Besiedlung Deutschlands zu tun– eine flächendeckende Gefahrenabwehr sichergestellt. Das lässt die Bürgerinnen und Bürger, an welchem Ort auch immer, durchaus beruhigt schlafen, weil sie wissen: Schnelle Hilfe gehört zu unserem Gemeinwesen dazu. Ich glaube, wir können uns glücklich schätzen, dass nämlich rund um die Uhr die Feuerwehr ein verlässlicher Partner ist, nicht nur auf dem Papier steht, sondern dass es immer und immer wieder unter Beweis gestellt wird. Dass das nicht selbstverständlich ist, sollten wir uns immer wieder vor Augen führen.“

Ein schöneres Kompliment und eine größere Wertschätzung kann man den Feuerwehren nicht entgegenbringen. Es ist eine Würdigung durch den höchsten Regierungsvertreters unseres Landes. Wir alle wissen, was wir an unserer Freiwilligen Feuerwehr haben. Nur der Dank bleibt oft auf der Strecke. Sie stehen das ganze Jahr über bereit, um Menschenleben zu retten und in Notfällen zu helfen. Sie sind schnell und zuverlässig zur Stelle und leisten kompetente Hilfe. Das tun Sie ganz unspektakulär, das tun Sie in ehrenamtlichem Einsatz. Sie beweisen damit nicht nur Mut und Umsicht, sondern auch Verantwortungsbewusstsein und Bürgersinn. Eine solche Bereitschaft, sich für das eigene Umfeld einzusetzen, ist unverzichtbar für jedes Gemeinwesen, unverzichtbar auch für uns in Eibenstock.

 

Dass unsere moderne Gesellschaft großen Bedarf an bürgerschaftlichem Engagement hat, das liegt wohl auf der Hand. Natürlich darf sich der Staat nicht aus seinen elementaren Pflichten, seinen Schutz- und Garantiefunktionen zurückziehen. Der demokratische Staat und die zivile Bürgergesellschaft müssen sich ergänzen. Und dass das funktioniert, dafür ist die Freiwillige Feuerwehr das beste Beispiel. Gerade den Freiwilligen Feuerwehren ist es gelungen, die wichtigsten Tugenden und Traditionen zu bewahren. Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit – das zeichnet bis zum heutigen Tag die Arbeit in den Feuerwehren aus.

 

Wir leben allerdings auch in einer Zeit, in der – weil(fast) alles seinen Preis hat – das, was nichts kostet, vielen auch nichts wert ist. Diese Einstellung mag noch so verwerflich sein, es gibt sie – und zwar nicht nur vereinzelt. Der bekannte Satz, den John F. Kennedy bei seiner Amtseinführung am 20. Januar 1961 gesprochen hat:

 

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt!“,

 

kommt nicht von ungefähr. Wäre seine Aussage damals selbstverständlich gewesen, hätte sie nicht das große Aufsehen erregt. Schon damals, vor mehr als 50 Jahren, drohten in Amerika, aber auch bei uns, die Belange der Gemeinschaft gegenüber denen des Individuums den Kürzeren zu ziehen.

 

Gerade in einer Zeit des voranschreitenden Verlusts an Solidarität sind für mich die freiwilligen Feuerwehren ein Beweis dafür, dass es das noch gibt: den Dienst am Nächsten, den Schutz von Hab und Gut des anderen und nicht dessen Zerstörung, den Bürgersinn und die Bürgernähe. Die Wehren sind auch ein Beweis für die Richtigkeit der Überzeugung, dass der Staat nicht alle Lebensbereiche reglementieren darf, dass die Bürger selbst so viel wie möglich in Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit regeln sollen. Der ständige Ruf nach der öffentlichen Hand hat nicht nur so manche Kostenbelastung ausgelöst, die man sich durchaus hätte sparen können; er ist auch dafür verantwortlich, dass gerade im letzten Jahrzehnt die Leistungsbereitschaft des Einzelnen sowie Solidarität und Partnerschaft abgenommen haben.

 

In einer Gesellschaft, in der der einzelne Mensch nicht mehr erkennen kann, dass er von seinen Mitmenschen gebraucht wird, wo also nicht mehr das Individuum, sondern die Masse im Mittelpunkt steht, da erlahmen die Kräfte und da gilt im genauen Gegensatz zur Einstellung der Feuerwehr nicht mehr die Losung „Einer für alle – alle für einen“, sondern „Jeder für sich – und der Staat für alle Nöte des anderen“.

 

Deshalb sollen die Feuerwehren auch in den nächsten Jahren weiter unterstützt werden. Unsere Planungen gehen davon aus, dass wir an dem erfolgreichen Prinzip der letzten Jahre festhalten wollen:

 

„Sparen und Investieren“

 

Mit Sparen meine ich, dass wir im Haushalt wiederum 400.000,- EURO weniger zur Verfügung haben werden. Das zwingt uns in allen Bereichen, wirklich unnötige Ausgaben zu vermeiden. Unnötig verbrauchter Strom oder Wärme frisst Geld, was wir nicht haben. Unnötige Anschaffungen oder ungünstige Wartungsverträge binden Ressourcen. Unnötige Schäden an Technik gehört auch zu vermeidbaren Ausgaben. Hier muss in allen Bereichen der Stadtverwaltung hart gearbeitet werden, um einen ausgeglichen Haushalt zu schaffen.

 

Investieren können wir nur von dem, was wir übrig haben. Da unterscheidet sich ein Stadthaushalt nicht von einem Privathaushalt. So wird in 2014 eines unserer größten Investitionsziele der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Carlsfeld sein. Neben der Tatsache, dass eine Verbesserung der Unterbringung der Kameraden und der Technik in Carlsfeld zwingend notwendig ist, wollen wir mit der Investition auch ein Zeichen für die Entwicklung des Ortes setzen. Die Schließung der Sparkassenfiliale ist ein herber Rückschlag gerade für diesen Ortsteil.

 

Dank einer großen Spende des Rotary-Clubs können wir im nächsten Jahr auch das Sandsacklager im Rehmerbachviertel in Eibenstock bauen. Dort haben sich vermögende Leute aus dem Altbundesgebiet in der Nähe von Bad Oeynhausen nach den Presseberichten zum Hochwasserereignis engagiert. Wir müssen noch einen geeigneten Standort finden, dann kann es eigentlich losgehen. Dazu werde ich mich mit den Kameraden noch zusammensetzen.

 

Darüber hinaus werden wir im Feuerwehrhaushalt lediglich Ersatzbeschaffungen berücksichtigen können. Einzige größere Ausnahme ist die vom Landkreis geförderte Anschaffung eines hydraulischen Trenngerätes. Inwieweit an Fahrzeugtechnik gedacht werden kann, müssen wir abwarten. Hierzu muss der neue Haushalt abgewartet werden. Auch die anderen Einrichtungen, wie Kindertagesstätten und Schulen brauchen Geld für dringende Maßnahmen.

 

Als Arbeitsschwerpunkte im organisatorischen Bereich sehe ich hier zu allererst die Neubesetzung des Vorsitzes des Feuerwehrausschusses. Bei nunmehr 4 Ortswehren halte ich den Feuerwehrausschuss für ein sehr wichtiges Gremium, in dem alle tagespolitischen Fragen grundsätzlich beraten werden können. Manche Diskussionen in den vergangenen Wochen und Monaten hätten wir uns vielleicht ersparen können, wenn der Feuerwehrausschuss dazu getagt hätte. Hier würde ich gerne darum werben, einen erfahrenen Feuerwehrkameraden für diese doch sehr anspruchsvolle Arbeit zu gewinnen.

 

Eine wichtige Aufgabe ist und bleibt auch die weitere Absicherung der Tageseinsatzbereitschaft unserer Feuerwehren. Hier haben wir in den vergangenen Jahren kleine Fortschritte erzielt. auf diesem Auch ich möchte dazu meinen Beitrag leisten, um dieses kleine Pflänzchen weiter aufzupäppeln. Hierzu haben wir ja mit der Neubesetzung von Stellen im Bauhof einen kleinen Beitrag leisten können.

 

Wichtig ist auch die Überarbeitung der Feuerwehrsatzung. Der Entwurf wurde bereits an das Landratsamt gesandt. Sobald die rechtsaufsichtliche Stellungnahme vorliegt, werden wir die Satzung im Stadtrat behandeln und beschließen.

 

So hoffe ich nun für Sie auf einen doch weniger einsatzreichen restlichen Teil des Jahres. Gestatten Sie mir zum Abschluss meiner Grußworte Ihnen und Ihren Familien noch einmal ganz herzlich für Ihre Einsatzbereitschaft zu danken. Ich wünsche Ihnen für das bevorstehende Jahresende eine schöne und gemütliche Weihnachtszeit im Kreise ihrer Familien und für das neue Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit, Gottes Segen und Wohlergehen.

Uwe Staab
Bürgermeister