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Rede zur Eröffnung des Raddrehkreuzes Blauenthal an der "Karlsroute" am 26. April 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Freunde aus den tschechischen Nachbargemeinden,

 

ganz herzlich möchte ich Sie heute hier in unserem Ortsteil Blauenthal zur Übergabe eines weiteren Abschnittes des grenzüberschreitenden Radwegeprojektes „Karlsroute“ von Aue nach Karlovy Vary begrüßen. Ich freue mich sehr, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben und heute mit dabei sind. Ich möchte ich die Bürgermeister des Zweckverbandes „Muldentalradweg“ und die Bürgermeister und Mitarbeiter des tschechischen Gemeindeverbandes Bystrice und den Bürgermeister von Nove Hamry begrüßen. Herzlich Willkommen heiße ich auch die Vertreter, der Tourismuswirtschaft, der Behörden, der Naturschutzverbände und der Vereine. Ein besonderer Gruß gilt unserem Landtagsabgeordneten Thomas Colditz, der sowohl den „Mulderadweg“ als auch die „Karlsroute“ vom ersten Tag an als unsere Speerspitze begleitete.

 

Ich glaube im Namen aller Projektbeteiligten sprechen zu dürfen, dass jede Übergabe eines Zwischenabschnittes auf dem Weg des Wachsens und Werdens dieses bedeutsamen grenzüberschreitenden Radwegeprojektes uns ein wenig mit Stolz erfüllt. So haben wir bisher das Corporate Design-Handbuches und die Internetseite vor mehr als einem Jahr in Eibenstock übergeben. Ein erster baulicher Zwischenabschnitt konnte im Juli 2013 in Nove Hamry übergeben werden. Es entstand ein toller Radlehrpfad von der Grenze „Eisernes Tor“ bis hinein in die Ortschaft Nove Hamry. Und heute stehen wir hier in Blauenthal an dem Punkt, wo sich der „Mulderadweg“ und die „Karlsroute“ trennen. Deshalb haben wir diesem Ort hier den Namen „Raddrehkreuz Blauenthal“ verliehen.

 

Wer sich in den vergangenen Wochen bei dem schönen Frühlingswetter ein wenig hier auf die zahlreichen Sitzgruppen niedergelassen hat, der wird festgestellt haben, dass dieser Platz hier seinem Namen alle Ehre macht. Es ist unübersehbar, dass Blauenthal seit der Fertigstellung des „Mulderadweges“ und dieses Platzes hier zu einem kleinen Radmekka für Bürger und Gäste geworden ist. An jedem Wochenende nutzen vom normalen Freizeitradler bis zum sportlichen Kilometerfresser hunderte von Radsportfreunden dieses Radwegeprojekt. Dies beweist, wie sehr dieses Angebot bisher in unserer touristischen Entwicklung, aber auch im Angebot für unsere Bevölkerung gefehlt hat.

 

Seit mehr als 10 Jahren arbeiten wir an der radtouristischen Erschließung des Westerzgebirges. Es geht dabei nur sehr langsam voran. Genehmigungsfragen und Eigentumsrechte machen uns immer wieder zu schaffen. Wären wir nicht so hartnäckig würden wir sicher schon aufgegeben haben. Radwege werden überall nachgefragt, sie sind Sinnbild für einen umweltfreundlichen Verkehr, sie sind Grundlage für einen immer noch wachsenden Teilmarkt des Tourismus und sie fördern die Volksgesundheit. Nicht umsonst hat der Freistaat Sachsen mit der in diesem Jahr in Kraft getreten neuen Radverkehrskonzeption hier ein Zeichen setzen wollen. Niemand aber kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie unendlich schwierig und mühselig das Entwickeln von Radwegen ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man oft das Gefühl hat, sie werden als Störfaktor gesehen. Wir sollten uns da wirklich ein Beispiel an anderen Regionen Deutschlands und Europas nehmen, wo man gerade bei Radwegen Prioritäten setzt.

 

Die „Karlsroute“ ist ein EU-Projekt im Rahmen des Ziel3 Programmes und es ist ein ganz besonderes Projekt. Gab es in der Vergangenheit bereits das eine oder andere Vorhaben, das sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite mit EU-Fördermitteln gebaut worden ist, so waren es in der Regel immer lokal begrenzte Projekte, die in einer Gemeinde ihren Schwerpunkt hatten. Mit der „Karlsroute“ ist es nun anders. Zum ersten Mal entwickelten wir gemeinsam mit unseren tschechischen Freunden ein Projekt, was eine ganze Region gleichermaßen bereichert. Wege verbinden, ganz gleich, ob es Wanderwege oder Radwege sind, sie stellen das Grundgerüst einer touristischen Infrastruktur dar. Wege führen Menschen zueinander und führen zum kulturellen bzw. wirtschaftlichen Austausch. Genau diesen Gedanken verfolgen wir nun schon seit drei Jahren mit dem Projekt „Karlsroute“. Viel mehr noch – es ist sein wichtigster Aspekt.

 

Auf insgesamt 60 km wollen wir einen Radwanderweg von Aue nach Karlovy Vary entwickeln. Er führt über Blauenthal, Wildenthal, Oberwildenthal, Nove Hamry, Nejdek, Nová Role direkt nach Karlovy Vary. Daneben wird es Zubringerrouten bzw. Rundrouten geben, die weitere Orte, wie Eibenstock, Carlsfeld, Johanngeorgenstadt, Pernink, Abertamy u. a., an diese Hauptroute heranführen. Es ist also kein kleines Projekt und ich bin überzeugt, es wird zu einer touristischen Hauptroute quer über unser Erzgebirge werden. Nicht für umsonst haben wir bereits aus dem Raum Zwönitz die Anfrage, die „Karlsroute“ von Aue über Zwönitz bis Chemnitz zu verlängern. Würde man nicht das Potential in dieser Route sehen, so würde es sicherlich auch diese Anfrage nicht geben.

 

Das Projekt „Raddrehkreuz Blauenthal“ ist eines von drei Bauvorhaben, die die Stadt Eibenstock als der LEAD-Partner in diesem Ziel3-Projekt realisiert. Nachdem im vergangenen Jahr der Wegeabschnitt Zimmersacher und der Wegeabschnitt Wildenthal mit insgesamt rund 1000 m Radweg asphaltiert wurden, stehen wir heute hier zur Übergabe des zweitgrößten Projektes. Der ehemalige Busplatz Blauenthal wurde für rund 230.000,- EUR komplett umgestaltet. Im Rahmen der Ziel3-Förderung wurden 85 % davon von der europäischen Union finanziert. Zentraler Gedanke war dabei die radverkehrsfreundliche Gestaltung dieser Kreuzung. Hier an diesem Ort führt der „Mulderadweg“ weiter in Richtung Westen und die „Karlsroute“ weiter in Richtung Süden. Neben Informationstafeln wurden auch einige Sitzgruppen aufgestellt. Ein kleiner Parkplatz sorgt für eine günstige Einstiegsmöglichkeit für Radfahrer, die mit dem Pkw anreisen. Der Hauptteil des Raddrehkreuzes ist der Kreisverkehr, der die S 274 von der Zufahrt des ehemaligen Bahnhofsgeländes hier trennt.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Umgestaltung hier in diesem Areal ist die Umnutzung des ehemaligen Bahnhofes in Blauenthal. Es ist ein großer Segen für diesen Platz, dass die Firma Behälterbau Zeeh aus Bockau hier ein neues Werk errichtet hat und einen Teil seiner Produktion nach Blauenthal verlagert hat. Ich bin Herrn Zeeh sehr dankbar, dass er parallel zu den Umgestaltungsmaßnahmen der Stadt auch auf seinem Gelände sehr viel unternommen hat, um mit Grünflächen, Parkflächen und vor allem mit der Sanierung des alten Bahnhofsgebäudes ein Komplettensemble geschaffen hat, das sich sehen lassen kann. In Deutschland sagt man dazu, dieser Platz sieht „wie aus dem Ei gepellt“ aus.

 

Es war von Anfang an unser Wille, dieses Raddrehkreuz zu einem besonderen Magneten zu machen, über den jeder Nutzer der „Karlsroute“ spricht und sich auch gerne hier zum Verweilen einladen lässt. Deshalb haben wir uns noch etwas Besonderes überlegt, was wir heute der Öffentlichkeit übergeben möchten. Dieser Ort ist symbolträchtig zum einen für eine sich teilende Radroute. Dieser Ort ist symbolträchtig für sich einander annähernde Länder und dieser Ort ist symbolträchtig für die Grenzenlosigkeit des Tourismus hier im Erzgebirge. Deshalb wird nachher eine kleine Skulptur enthüllt, die genau diese drei Grundgedanken symbolisieren soll. Ich möchte mich deshalb zuallererst bei der Firma Kunstguss Döhler hier aus Blauenthal bedanken, die unsere Idee praktisch in die Tat umgesetzt hat. Weiter möchte ich mich bedanken beim Planungsbüro Unger & Partner, die das Projekt vom ersten Tag an begleitet und mitentwickelt haben. Bedanken möchte ich mich auch bei der Firma VSTR Rodewisch, die mit ihrer soliden Arbeit aus diesem Platz hier ein Schmuckstück gemacht hat. Bedanken möchte ich mich auch bei den Mitarbeitern meiner Verwaltung, insbesondere auch bei Herrn Pansch, der als Projektmanager die Fäden für die Gesamtentwicklung der „Karlsroute“ auf deutscher Seite in der Hand hält.

 

Bevor wir zur Enthüllung der Skulptur kommen, sollen noch ein paar Grußworte gesprochen werden. Als Bürgermeister der LEAD-Partner-Gemeinde möchte ich noch einmal allen Projektbeteiligten danken, die diese Idee unterstützt haben, und ich wünsche mir, dass die „Karlsroute“ in naher Zukunft zu einem Radwanderweg wird, von dem man in Sachsen oder vielleicht auch in Deutschland oder in Tschechien sprechen wird.

 

In diesem Sinne wünsche ich dem Vorhaben auch weiterhin gutes Gelingen. So Gott will, werden wir im Herbst dieses Jahres dieses Projekt in seiner Gesamtheit eröffnen können. In diesem Sinne ein herzliches „Glück auf!“ und immer eine freie Bahn für das Fahrrad.

 

Uwe Staab

Bürgermeister