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Rede zur Eröffnung des neuen Bauhofgebäudes in Eibenstock am 10. Oktober 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Begriff „Bauhof“ einer Gemeinde ist, wenn es um die Stadtverwaltung geht, wohl das am meisten im Sprachgebrauch der Bürgerschaft, der Vereine und Unternehmen der Stadt gebrauchte Wort. Den Satz: „Das muss der Bauhof machen.“, so hat man den Eindruck, erlernen Babys noch bevor sie „Mama“ und „Papa“ sagen können. Würde es ein Ranking von Sprachfloskeln in unserer Gemeinde geben, würde dieser Satz wohl unumstritten auf dem 1. Platz landen. Spaß beiseite, Fakt aber ist, der Bauhof hat im Unterbewusstsein der Bürgerschaft so etwas wie ein Allzuständigkeitssiegel verpasst bekommen. Nichts gibt es, was er nicht tun könnte.

 

Was ich hingegen nie gehört habe, sind Fragen wie: Welche Technik hat denn der Bauhof zur Verfügung? Welche personelle Verfügbarkeit besteht bei den Mitarbeitern? Wie viele Aufgaben hat er zur gleichen Zeit und möglichst schnell abzuarbeiten? Oder gar: Wie ist der Bauhof eigentlich untergebracht? Das sind eigentlich Fragen, die niemand so recht interessieren. Der Bauhof hat einfach da zu sein und gefälligst seine Aufgaben zu erfüllen.

 

Auch wenn das ein wenig überzeichnet klingt, so wird mir wohl jeder bestätigen, dass da etwas dran ist. Umso mehr freue ich mich heute an diesem Tag, dass es auch einmal direkt um den Bauhof unserer Stadt im positiven Sinne geht. Einweihungen und Eröffnungen hat er meistens immer an erster Front mit vorbereitet, heute geht es endlich einmal auch um ihn selbst. Wir stehen heute auf dem Gelände des neuen Bauhofes unserer Stadt und dürfen gemeinsam die Inbetriebnahme vieler neuer Räumlichkeiten auf einem zentralen Ort vereint feiern.

 

Wie notwendig es war, einen neuen Standort mit einem Gebäudeneubau zu entwickeln, zeigen die letzten Wochen und Monate, als unsere Mitarbeiter die alten dezentralen Räumlichkeiten aussortiert, ausgeräumt, umgeräumt und vor allem auch entsorgt haben.

 

Die Idee, einen neuen Bauhof zu bauen, bestand innerhalb der Stadtverwaltung schon sehr lange. Auch haben wir lange nach einem geeigneten Standort gesucht. Dieser musste natürlich bestimmten Anforderungen genügen. Zum einen musste er sehr zentral liegen. Zum anderen muss das Grundstück auch über die notwendige Größe für die erforderlichen baulichen Anlagen verfügen. Zum Dritten musste er natürlich auch auf irgendeine Weise finanzbar sein. Daher reduzierte sich die Zahl der Standorte erheblich, auf alle Fälle musste er im Stadtumbaugebiet liegen. Ursprünglich hatten wir ja immer wieder das ehemalige Firmengelände der Eibenstocker Baugesellschaft gleich hier in der Nähe am Platz des Friedens im Blick. In unserer allerersten städtebaulichen Planung, damals noch von TOPOS aus München, war der Bauhof einmal dort angesiedelt, wo sich heute der NKD bzw. der Getränkemarkt befinden. Leider sind wir nicht an die Grundstücke herangekommen. Mit dem Verkauf des ehemaligen Baumarktes Schuster hat sich für uns eine günstige Möglichkeit ergeben, wo wir Abbruchkosten, Neubaukosten und auch die Kosten für eine straßenseitige Erschließung über ein und das gleiche Förderprogramm realisieren konnten. Als der Standort klar war, ging eigentlich alles recht schnell. Im Jahr 2012 haben wir das Grundstück gekauft und auch den alten Baumarkt abgerissen. 2013 begann dann im Juli der Neubau des Baukörpers. Nun im Oktober 2014 können wir ihn bereits einweihen.

 

Die neuen Hallen hier an der Ringstraße stellen für die Stadtverwaltung Eibenstock einen völligen Wechsel dar. Jeder kennt den alten Standort in der Bretgasse und unser „Werk 2“, die ehemalige Firma Rößler in der Sosaer Straße. Beide Standorte waren nicht sanierbar und wurden demzufolge auch kaum mit Werterhaltungsmaßnahmen bedacht. Darunter haben natürlich vor allem unsere Mitarbeiter leiden müssen, denn sie hatten von allen Angestellten der Stadt die wohl schlechtesten Arbeitsbedingungen. Mit dem baulichen Neuanfang schließen wir auch einen langen Prozess der Umstrukturierung unseres Bauhofes ab. Diesen haben wir mit der personellen Neuordnung vor mehr als 10 Jahren begonnen und sind jetzt sowohl personell als auch materiell auf einem sehr hohen Niveau angekommen. Der Ausbildungsgrad unserer Mitarbeiter im Bauhof kann sich sehen lassen und ich darf euch versichern, dass auch die Bevölkerung von Eibenstock sieht und anerkennt, was ihr an fachlicher Qualität leisten könnt. Damit haben wir uns für die Zukunft und für die Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen, sehr gut aufgestellt. Wenn bei der Fahrzeugtechnik noch der eine oder andere Wunsch offen ist, so werden wir hier sicherlich im Laufe der Jahre ständig versuchen, am Ball zu bleiben.

 

Gestatten Sie mir aber, dennoch ein paar Worte zur zukünftigen Entwicklung sagen zu dürfen. Die Stadt Eibenstock hat noch rund 7.700 Einwohner. Einige wenige Industriebetriebe im Ort sorgen dafür, dass wenigstens 500 Arbeitsplätze vorhanden sind, die ein Mindestmaß an wirtschaftlicher Grundstruktur absichern. Darüber hinaus finanzieren sie im Moment einen nicht geringen Anteil unseres städtischen Haushaltes. Dennoch gehören wir zu den einnahmensschwachen Gemeinden des Landkreises bzw. des Freistaates Sachsen. Mit diesen geringen Ressourcen haben wir aber ein Gemeindeterritorium von 112 km² mit 9 Ortsteilen zu bewirtschaften. Damit sind wir nach Marienberg die zweitgrößte Gemeinde des Erzgebirgskreises und eine der flächengrößten Gemeinden des Freistaates Sachsen.

 

Jeder vernünftig denkende Mensch erkennt sofort, dass dies wie die Quadratur des Kreises ist. Wie soll eine einnahmensschwache Gemeinde eine solch große Fläche bewirtschaften können? Unser Straßennetz ist länger als das der Stadt Aue, die aber mehr als die doppelte Anzahl von Einwohnern, mehr als die doppelte Anzahl der Industriebetriebe und ein Vielfaches an Gewerbesteuereinnahmen besitzt. Genau darin besteht unsere generelles Problem und unsere Herausforderung. Deshalb werden wir immer wieder in diesem Zwiespalt leben müssen, unseren Ort lebenswert und attraktiv zu gestalten bzw. zu halten und dennoch sparsam mit allen Ressourcen umgehen zu müssen.

 

Die Zeit des großen Fördermittelbooms ist längst zu Ende. Die Fördersätze erlauben nicht mehr, viele Maßnahmen in einem Jahr durchzuführen. Wenn überhaupt, werden wir nur noch punktuell Investitionen tätigen können. Deshalb wird der Schwerpunkt bei der Erhaltung der geschaffenen Werte liegen. Und da spielt der Bauhof mit seinen Fähigkeiten, mit seinen Ressourcen eine entscheidende Rolle. Wir müssen in Zukunft genau definieren, welche Aufgaben er unbedingt erfüllen muss und was wir uns an freiwilligen Leistungen noch leisten wollen. Ich bin mir darüber im Klaren, und ich denke, Sie stimmen mir zu, dass wir in den vergangenen Jahren mit unserem vielfältigen Einsatz unsere Vereine und unsere Bevölkerung schon verwöhnt haben. Das, was eigentlich andernorts durch Satzung von der Bevölkerung erledigt wird, macht bei uns noch in vielen Fällen noch der Bauhof. Ich denke da zum Beispiel nur an das Thema des Straßenkehrens. Und deshalb möchte ich auch ganz klar sagen, dass in Zukunft ein Bauhof nicht bürgerschaftlichen Gemeinschaftssinn innerhalb einer Gemeinde ersetzen kann.

 

In erster Linie ist er dafür verantwortlich, die Grundinfrastruktur des Ortes, wie Straßen, Plätze, Gebäude und Kleininfrastruktur, in Ordnung und auf hohem Niveau zu halten. Alle weiteren Aufgaben können nur Beiwerk sein und müssen Schritt für Schritt durch bürgerschaftliches Engagement ersetzt werden. Das wird ein hartes Stück Überzeugungsarbeit für die Zukunft werden.

 

Mit dem Neubau des Bauhofes wird quasi als Nebenprodukt etwas wahr, von dem die kühnsten Optimisten noch vor 10 Jahren dachten, es ist eine absolute Utopie. Der Bebauungsplan „Ringstraße“, den wir Mitte der 90er-Jahre aufgestellt und genehmigt bekommen haben, wird nunmehr teilweise in die Tat umgesetzt. Das erste Stück der neuen Ringstraße und damit der Schluss zur Kreuzung Clara-Angermann-Straße ist nunmehr in Angriff genommen worden und wird in 2015 voraussichtlich abgeschlossen werden. Parallel dazu wird im nächsten Jahr der ZWW die Abwasserleitung zum System „Ost Eibenstock“ hin zur Oberen Crottenseestraße verlegen. Später wird auf dieser Trasse dann ein weiterer Abschnitt der Ringstraße errichtet werden. Auch wenn dies noch in weiter Ferne liegt, so ist dieser 1. Abschnitt der Ringstraße von der Schneeberger Straße bis zur Clara-Angermann-Straße die Verwirklichung einer städtebaulichen Rahmenplanung, die wir vor mehr als 20 Jahren auf den Weg gebracht haben. Unsere damalige Weitsicht wird nun um ein weiteres positives Ergebnis der Stadtentwicklung belohnt.

 

Die Neubauten des Bauhofes und des Feuerwehrgerätehauses in Carlsfeld sind quasi die letzten öffentlichen Gebäude, die wir in der Verantwortung der Stadt Eibenstock in Ordnung bringen werden. Mit diesen Neubauten sind insgesamt die großen Investitionstätigkeiten in Gebäude abgeschlossen.

 

Auch das ist ein Ergebnis einer fast 25-jährigen kontinuierlichen Aufbauarbeit. Dies wurde nur möglich, weil wir als Verwaltung hier an einem Strang gezogen haben. Ich bin mir darüber im Klaren, dass manches, was ich Ihnen abverlangt habe, oftmals nicht einzusehen war oder auch manchmal Stöhnen hervorrief. Aber Sie können sich darüber freuen und stolz darauf sein, dass Sie mit Ihrer Arbeit mit dazu beigetragen haben, dass wir heute an diesem Punkt stehen. Und dafür möchte ich mich bei allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung Eibenstock heute bedanken. Ohne dass Sie das eiserne Grundprinzip „Sparen und Investieren“ all die Jahre mitgetragen hätten, würde unsere Stadt nie über so viele Investitionskapazitäten verfügen können, wie wir es konnten. Nur durch Ihr Mittun beim Sparen konnten wir Geld für Investitionen frei bekommen. Und dafür wird es auch in Zukunft keine Alternativen geben.

 

So wünsche ich nun allen Bauhofmitarbeitern, dass sie ihr neues Domizil mit Freuden in Empfang nehmen. In einem intakten Gebäudekomplex soll eine intakte Mannschaft arbeiten. Das wünsche ich mir und das erwartet unsere Stadt von uns. Bleiben Sie diesem Grundsatz treu, erhalten Sie dieses Bauwerk immer in einem guten Zustand und achten Sie darauf, dass mit den Ressourcen sorgsam umgegangen wird. Am Ende geht es nicht um Sie oder das Gebäude, sondern um unser Gemeinwesen, zu dem wir uns immer verpflichtet fühlen sollen. In diesem Sinne übergebe ich Ihnen nun dieses neue Gebäude in Ihre Obhut

 

 

„Glück auf!“

Uwe Staab

Bürgermeister