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Grußwort zum 70-jährigen Jubiläum des Evangel. Kindergartens Eibenstock

Sehr geehrte Erzieherinnen und Erzieher,

Sehr geehrter Kirchenvorstand und Kirchgemeinde,

Liebe Eltern,

 

für die Einladung zum 70-jährigen Bestehen des Evangelischen Kindergartens in Eibenstock möchte ich mich auf diesem Wege auf das Herzlichste bei Ihnen bedanken. Ich möchte allen Erzieherinnen und Erziehern, der Leiterin der Einrichtung und der Kirchgemeinde die herzlichsten Grüße und Glückwünsche des Stadtrates von Eibenstock und natürlich auch ganz persönlich überbringen. Der Evangelische Kindergarten Eibenstock ist fester Bestandteil des Angebotes an Kindertagesstätten in der Stadt Eibenstock und hat in den vergangenen Jahren eine sehr gute Arbeit bei der Betreuung der Vorschulkinder in unserer Stadt geleistet. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten und Mitwirkenden auf das Herzlichste bedanken. Diese schöne Einrichtung hat ihren festen Platz in Eibenstock gefunden.

 

Ich selbst war ja Mitte der 60er-Jahre einmal 4 Jahre lang Kindergartenkind im Evangelischen Kindergarten, der sich ja damals noch „Am Stern“ in der ehemaligen „Centralhalle“ befand. Ich erinnere mich noch sehr gut und sehr gerne an die Zeit damals. Wenn man sich hier umsieht, dann sind die Bedingungen für die Kinder von heute natürlich nicht mit denen vor 50 Jahren zu vergleichen. Das ist auch gut so.

 

Eine meiner ersten baulichen Ereignisse, die es in Eibenstock während meiner Amtszeit zu feiern gab, war damals das Richtfest am Kirchturm der Stadtkirche in Eibenstock im Jahr 1990. Gleich darauf folgte meines Wissens nach auch das Richtfest hier am Gebäude des Evangelischen Kindergartens. Schon damals habe ich mich sehr gefreut, dass diese Einrichtung baulich vorankommt und dass dieses neue Kindergartengebäude in Eibenstock entsteht. Der Bau des Kindergartens begann ja noch zu DDR-Zeiten, als die Kinderzahlen doppelt bzw. dreifach so hoch waren als sie heute sind.

 

Mit der Wende brachen die Geburtenzahlen dramatisch ein. Für die Stadt Eibenstock hatte dies zur Folge, dass bereits nach 1 Jahr die Kinderkrippe am Bühl in der alten Villa geschlossen werden musste. Kurze Zeit darauf wackelte auch die Kinderkrippe im damaligen Neubau in der Vodelstraße. Dort haben wir im Rahmen einer Übergangszeit gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Aue-Schwarzenberg eine Nachnutzungslösung für das Gebäude finden können. Es ist mir damals sehr schwer gefallen, Erzieherinnen, die über viele Jahre ihren Dienst geleistet hatten, entlassen zu müssen, weil nicht genug Kinder da waren.

 

In dieser Zeit stand auch die Kirchgemeinde vor der schweren Frage, was aus dem Neubau des Kindergartens einmal werden soll, wenn dieser Trend des Geburtenrückgangs weiter anhalten wird. Die Gemeinde hat den Mut bewiesen, das Gebäude zu Ende zu bauen und es wunderschön zu gestalten. Auch an die Eröffnungsfeier kann ich mich noch sehr gut erinnern. Damals waren auch Pfarrer Gräßer und Pfarrer Clauß froh über die gelungene Arbeit.

 

Heute, nach über 20 Jahren, können wir erfreut feststellen, dass sich die Geburtenzahlen, wenn auch auf einem niedrigen Niveau, stabilisiert haben. Dies führte dazu, dass beide Kindertagesstätten in Eibenstock, das „Spatzenhaus“ und der Evangelische Kindergarten, mit reichlich 300 genehmigten Plätzen fast immer voll belegt sind. Die Entscheidung, den Kindergarten fertigzubauen, hat sich also im Nachhinein als richtig erwiesen. Darüber können wir heute alle sehr froh sein. Deshalb sei mir gestattet, mit ein paar persönlichen Anmerkungen in dieses Grußwort einzuflechten.

 

Zum einen ist mir sehr daran gelegen, deutlich zu machen, welche Risiken die Entscheidungsträger Anfang der 90er-Jahre angesichts einer sich gravierend ändernden Wirtschaftslage in unserem Ort ausgesetzt sahen. Keiner konnte in die Zukunft schauen, man konnte nur Argumente gegeneinander abwägen. Es gab mehr Fragen als Antworten. Gehen die Kinderzahlen weiter zurück? Gehen die Einwohnerzahlen weiter zurück? Oder verlieren wir gar alle Industrie in Eibenstock? Wer konnte dies zum damaligen Zeitpunkt wissen? Mut und Optimismus haben aber die Entscheidungen beeinflusst und dazu geführt, dass viele Objekte in Eibenstock entstanden sind, die heute ihren Bestand und festen Bestandteil im Ort haben. Es hätte aber auch noch schlimmer kommen können. Wie schnell wäre man dann mit der Verurteilung der Entscheidungsträger gewesen. Es war eine Gradwanderung, ganz gleich, ob in der Kirchgemeinde oder auch in der Kommune, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

 

Zum anderen aber freue ich mich auch darüber, dass mit dem Evangelischen Kindergarten von Anfang an auch eine plurale Kindertagesstättenlandschaft in Eibenstock entstanden ist. Ergänzt wurde dies ja dann später noch durch die Kindertagesstätte in Carlsfeld und durch die Kindertagesstätte des Diakonischen Werkes in Sosa. Damit verfügen wir über einen guten Mix und ein Angebot, wo für jeden etwas dabei ist. Das ist für einen Ort wie Eibenstock durchaus eine beachtliche Tatsache. Das Gute wird oft zur Selbstverständlichkeit. Der Anlass eines Jubiläums ist gut dafür geeignet, darauf aufmerksam zu machen, dass es wahrlich nicht selbstverständlich ist, dass wir in unserem Ort über sehr gut ausgebaute Kindertagesstätten mit sehr guten pädagogischen Konzepten verfügen.

 

Ein weiterer Aspekt ist auch die Neuordnung der Finanzierung der Kindertagesstätten in Sachsen mit der Einführung des Kindertagesstättengesetzes. Es ist eine Tatsache, dass bei den Städten und Gemeinden die Kindertagesstätten eine sehr große Position im städtischen Haushalt darstellen. Den wenigsten Bürgern ist dabei bewusst, welch enorme Leistung auch die Stadt Eibenstock Jahr für Jahr aufs Neue erbringt, um dies abzusichern. Wir haben uns mit dem Abschluss der neuen Rahmenvereinbarung trotz schwieriger Haushaltslage zu dieser Aufgabe bekannt. Zusätzlich haben wir Investitionen je nach Möglichkeit in den Kindertagesstätten finanziell bezuschusst. Auch das ist nicht selbstverständlich und verdient, gewürdigt zu werden. Insofern sei uns auch verziehen, wenn wir bei Planungen und Abrechnungen sehr streng sind.

 

Dennoch haben wir zu einer guten Zusammenarbeit gefunden und sind uns in allen Grundsätzen einig. Ich wünsche allen Erzieherinnen und Erziehern, der Kirchgemeinde und natürlich auch allen Eltern auch für die Zukunft in dieser Einrichtung eine gute Zeit.

 

Möge die Einrichtung auch weiterhin sehr gut angenommen werden und möge sie natürlich auch im baulichen Bestand erhalten bleiben. Vor allem aber wünsche ich den Kindern, die heute und in Zukunft den Evangelischen Kindergarten besuchen, dass sie gerne hierher kommen und dass sie sich immer wohlfühlen. In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Uwe Staab

Bürgermeister