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Rede zur Eröffnung des Feuerwehrgerätehauses Carlsfeld am 2.Oktober 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Liebe Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld und der Ortsfeuerwehren von Eibenstock und Umgebung,

 

im Namen der Stadt Eibenstock und auch ganz persönlich möchte ich Sie hier im neuen Feuerwehrgerätehaus Carlsfeld begrüßen. Der 2. Oktober 2015 als Datum für die Eröffnung dieses neuen Gebäudes ist ja in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Tag. Zu allererst ist dieser Tag natürlich ein Festtag für die Ortsfeuerwehr Carlsfeld, die an diesem Tag ohnehin alljährlich ihren Fackelumzug durchführt, wo alles auf den Beinen ist. Heute bekommt die Ortswehr mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus wohl ihren größten Wunsch erfüllt. Die sehr aktive Feuerwehr, die für die höheren Lagen unseres Gemeindeterritoriums einen großen Teil der Aufgaben im Brandschutz und der technischen Hilfe absichert, ist ja auch auf kulturellem Gebiet eine Besonderheit in den Ortswehren des Erzgebirges. Denn hier gibt es noch eine intakte Feuerwehrkapelle. Dass heute wieder viele junge Leute in diesem Orchester musizieren, ist durchaus keine Selbstverständlichkeit und der engagierten Nachwuchsarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld zu verdanken. Herzlichen Dank auch an die Feuerwehrkapelle für die musikalische Umrahmung dieses heutigen Festes.

 

Als ich 1997 im Zuge des Gemeindezusammenschlusses Mitverantwortung für Carlsfeld übernommen habe, war eine der ersten und großen Fragen, die mir auf die Tagesordnung gesetzt worden sind, u. a. auch die dringlich notwendige Anschaffung neuer Feuerwehrtechnik und natürlich auch der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Das vorhandene Fahrzeug versagte immer öfter seinen Dienst. Beim Thema „Technik“ konnten wir relativ frühzeitig mit der Anschaffung des LF und auch der Ausrüstung für die Kameradinnen und Kameraden wesentliche Verbesserungen erreichen. Der sich daran anschließende Garagenausbau war nur eine Zwischenlösung und musste auf relativ kleinem Niveau gehalten werden, auch wenn es hier und da Diskussionen gab, beispielsweise zum Fußboden. Aber es war allen klar, dass es sich hierbei nur um ein Provisorium handeln konnte.

 

Vor 2 Jahren war es dann endlich soweit, dass wir den Förderbescheid von Herrn Landrat Frank Vogel im Rahmen einer Stadtratsitzung überreicht bekommen haben. An dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich und lobend erwähnen, dass die Förderpolitik des Landkreises in Bezug auf die Verteilung der Mittel für den Brandschutz für mich vorbildlich ist. Die Förderrichtlinie für den Brandschutz sieht vor, dass die jeweiligen Landkreise die Mittel auf die Kommunen verteilen. In gemeinsamer Abstimmung mit dem Kreisverband des Sächsischen Städte- und Gemeindetages wird jährlich eine Prioritätenliste herausgegeben, auf deren Basis der Landkreis dann die entsprechenden Förderungen je nach Mittelzuweisungen vom Land verteilt. Diese Prioritätenlisten sind in der Regel Fortführungslisten, wo man jährlich sehen kann, wie weit man in Richtung Förderpriorität I aufgerückt ist. Dies ist sehr verlässlich und ermöglicht allen Kommunen eine sorgfältige Projektvorbereitung.

 

Bereits vor der Förderantragstellung haben wir uns gemeinsam mit der Ortswehr und dem Ortschaftsrat Gedanken über den Standort des Feuerwehrgerätehauses gemacht. Der nun zur Realisierung gekommene Standort war in den ursprünglichen Überlegungen gar nicht aufgetaucht. Zu allererst zogen wir in Erwägung, das Werkstattgebäude der Firma Viertel zu übernehmen, was aber sowohl bautechnisch als auch finanziell keine umsetzbare Lösung brachte. Auch die Standorte auf dem ehemaligen Renak-Gelände oder auf dem hier daneben befindlichen Parkplatz waren nicht optimal. Im Verlaufe der Zeit fiel dann das ehemalige Gemeindeamt in Carlsfeld leer, ein Bedarf für dieses Gebäude im Ort war nicht mehr vorhanden. Um das Gebäude einer Nutzung zuführen zu können, hätten enorme Investitionen getätigt werden müssen. Dies war nicht sinnvoll, zumal es auch keine Nachfrage hierfür gab.

 

Nicht unerwähnt lassen möchte ich aber, dass wir uns redlich bemüht haben, einen Investor für das Gemeindeamt zu finden. Es gab zwar hoffnungsvolle Kontakte, aber am Ende scheiterten alle Bemühungen an der gleichen Feststellung, dass eine Wirtschaftlichkeit für eine Sanierung des Gebäudes nicht gegeben ist.

 

So entschieden wir uns für den Abriss dieses Gebäudes und planten für diesen Standort den Neubau des Gerätehauses. Gemeinsam mit dem Planungsbüro Unger & Partner haben wir dann die Architektur entwickelt. Unser Anliegen war, ein moderndes, dem Zeitgeist entsprechendes Gebäude zu errichten. Dies ist für mein Dafürhalten sehr gut gelungen. Ebenfalls wichtig für unsere Entscheidungsfindung war auch die Tatsache, eine Lösung für die Unterbringung der Fahrzeuge des Städtischen Bauhofes zu schaffen. So entschieden wir uns also in einer relativ frühen Planungsphase, zusätzlich eine Garage für den Bauhof anzubauen bzw. unterzubringen. Für dieses Vorhaben erhielten wir keinerlei Förderung. Und dennoch war die Schaffung einer kombinierten Einrichtung aus meiner Sicht eine sehr richtige Entscheidung. Im Zeitalter des demografischen Wandels ist es dringend geboten, neue Wege und Lösungen für die Probleme zu finden, die aufgrund des Bevölkerungsrückganges entstehen. Die in Carlsfeld bewusst geplante Symbiose von Bauhof und Feuerwehr ist für mich ein sehr positives Beispiel für Lösungsansätze zu den Entwicklungen unserer Zeit. Eine Nachahmung für andere Ortsteile, etwa wie in Sosa, sollte nach den ersten Erfahrungen ins Auge gefasst werden. Dies erfordert, dass sich natürlich unsere Ortswehren für diese Aufgabenstellung öffnen und andererseits auch die Bauhofmitarbeiter sich für die Feuerwehren öffnen. Neben den baulichen Vorteilen bestehen natürlich auch Synergien für die Zusammenarbeit zwischen Bauhof und Feuerwehr. Hier erlebten wir ja in den vergangenen Jahren nicht immer harmonische Diskussionen.

 

Vielleicht ist ja das „Zusammenziehen“ auch ein wichtiges Element der Schaffung einer gemeinsamen Identität. So wie der Bauhof für die Stadt einen wichtigen Teil der Aufgaben erfüllt, erfüllt auch die Freiwillige Feuerwehr einen wichtigen Teil der Aufgaben in einer Stadt. Wohl sind die einen hauptamtlich und die anderen ehrenamtlich tätig, aber am Ende stehen beide für einen Ort, nämlich für unsere Heimatgemeinde. Da besteht eigentlich kein Unterschied. Deshalb war ich auch immer traurig darüber, wenn Negativdiskussionen des einen über den anderen erfolgten. Vielleicht ist deshalb der Neubau hier auch ein Symbol dafür, dass diejenigen, die in einem Ort gemeinsam an Aufgaben arbeiten, auch gut miteinander auskommen sollten.

 

Wenn ich vorhin von einem denkwürdigen Tag sprach, so meinte ich dies auch in einer anderen Hinsicht. Der heutige Tag ist der Vorabend des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit. Dass der Ortsteil Carlsfeld heute ein neues Feuerwehrgerätehaus in Betrieb nehmend darf, verdanken wir auch der Tatsache, dass es die Deutsche Einheit gibt. So wie vieles in den vergangenen 25 Jahren in unseren Ortsteilen an baulicher Erneuerung geschaffen wurde, wäre auch das Feuerwehrgerätehaus Carlsfeld nicht ohne die Deutsche Einheit und damit nicht ohne die Finanzierung im Verbund von Bund, Ländern und Gemeinden in Deutschland möglich.

 

Wir haben uns schon sehr an das Anspruchsdenken im Kleinen, aber auch im Großen gewöhnt. Wie selbstverständlich nimmt man die Investitionen wahr, die alljährlich in unserer Gemeinde getätigt werden. Den Wenigsten ist bewusst, dass wir eigentlich eine kleine Gemeinde am Rande des Freistaates Sachsen hoch oben im Mittelgebirge sind und überhaupt nicht über genügend Geld verfügen, solch große Investitionen eigenständig finanzieren zu können. Die Mitarbeiter unserer Verwaltung, insbesondere Bauamt und Kämmerei, wissen wovon ich spreche, dass es durchaus nicht selbstverständlich ist, immer wieder reichlich Fördermittel herbeizuschaffen. Zum einen sind die Antragsverfahren unendlich kompliziert und mühselig geworden. Zum anderen bedarf es immer eines kommunalen Eigenanteils, der in der Gemeinde erwirtschaftet werden muss, um überhaupt eine Förderung in Anspruch zu nehmen. Oft erlebe ich in Diskussionen, wie aus einem Anspruchsdenken heraus Forderungen zur Einstellung in den Haushaltsplan der Stadt einzustellen. Jeder erläutert mir, wie dringlich die jeweils in seiner Einrichtung notwendigen Investitionen sind. Wenn man aber aus Gründen des Sparens vermitteln muss, dass Verzicht geübt werden muss, hat man es in Diskussionen sehr schwer. Um das Gerätehaus zu stemmen, musste Verzicht geübt werden.

 

Für das Feuerwehrgerätehaus in Carlsfeld haben wir rund 890.000 EUR investiert. Davon entfallen als Anteil auf den eingerichteten Bauhof etwa 110.000 EUR. Dafür erhielten wir vom Landkreis insgesamt 235.000 EUR an Förderung. Daraus ergibt sich, dass wir für die Feuerwehr in Carlsfeld 545.000 EUR an eigenen kommunalen Mitteln investiert haben. Dieses Geld mussten wir genauso erwirtschaften, wie das für andere Investitionen. Ich sage diese Zahlen deshalb, um auch bewusst zu machen, welch große Anstrengung es für die gesamte Stadt Eibenstock bedeutet hat, dieses Gebäude hier an dieser Stelle zu errichten.

 

Ich höre manchmal sehr unsachliche Diskussionen über die Verteilung der uns zur Verfügung stehenden investiven Mittel auf die Ortsteile. Ich denke aber, dass wir als Großgemeinde mit 9 Ortsteilen in den vergangenen Jahren stets bewiesen haben, eine ausgewogene Verteilung der Investitionen zu realisieren. Am Ende können wir uns darüber freuen, dass wir als Ort insgesamt zusammengehören und ihn wieder um eine wichtige Infrastruktureinrichtung reicher gemacht haben.

 

Jeder soll sich als ein Teil des Ganzen verstehen. Deshalb wünsche ich mir auch gerade für die Feuerwehren, dass jede einzelne Ortswehr sich als ein Teil des Ganzen versteht und dass sie auch in den kommenden Jahren weiter gut zusammenarbeiten. Ich habe in den vergangenen Monaten auch die eine oder andere harte und kontroverse Diskussion in einzelnen Ortswehren führen müssen. Das habe ich nicht gerne getan, aber mir blieb oft kein Ausweg, als eine klare Position zu vertreten. Ich betone deshalb an dieser Stelle noch einmal sehr deutlich, dass der Brandschutz und die Feuerwehr in der Stadt einen sehr hohen Stellenwert hat. Wenn wir uns in der Summe anschauen, was wir in den vergangenen 25 Jahren auf unserem Gemeindeterritorium gerade auf diesem Gebiet investiert haben, so sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Wir können alle gemeinsam sehr stolz darauf sein.

 

Das Objekt wurde im Zeitraum von knapp 1 1/2 Jahre von insgesamt 28 Firmen unter der Betreuung von 3 Planungsbüros errichtet. Wenn auch manchmal Termine wackelten, so gab es doch ein kontinuierliches Baugeschehen. Ich bedanke mich bei allen Baufirmen für die gute Arbeit. Wir wollen Gott dankbar dafür sein, dass die Arbeiten unfallfrei über die Bühne gegangen sind. Ich bedanke mich auch beim Bauamtsleiter der Stadt, Herrn Lux, der ja sehr intensiv bei solchen Projekten die Vertretung der Stadt in der Bauleitung wahrzunehmen hat.

 

Wir übergeben der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld ihr neues Gerätehaus auch als Dank für die geleistete Arbeit und wir verbinden dies mit dem Wunsch, dass sie sich darin wohlfühlen und dass es seinen Zweck zur Zufriedenheit aller erfüllt. Erhaltet es gut. Möge es für die Feuerwehr in Carlsfeld, aber auch für die ganze Ortsgemeinschaft ein Mittelpunkt werden und den Kameraden einen neuen Aufwind für die Entwicklung der Feuerwehr in Carlsfeld geben.

 

Uwe Staab

Bürgermeister