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Grußwort zur Auszeichnungsveranstaltung der Euregio Egrensis im Kulturzentrum „Glück auf!“ am 14. November 2015

Sehr geehrter Präsident,

Sehr geehrte Landräte,

Sehr geehrte Damen und Herren Bürgermeister,

Liebe Gäste,

 

die alljährliche Auszeichnungsveranstaltung der Euro-Region „Euregio Egrensis“ findet in diesem Jahr im Ort eines der jüngsten Mitglieder statt, hier in Eibenstock. Es ist mir deshalb eine ganz besondere Ehre und Freude, Sie hier im Kulturzentrum „Glück auf!“ begrüßen zu dürfen. Sie befinden sich bei uns im westlichsten Teil des Erzgebirges und gleichsam im östlichen Teil der Euregio Egrensis. Wir werden auch häufig als Auersberg-Gemeinde bezeichnet, weil unser Hausberg, der der Aursberg ist zugleich der westlichste „1000-er“ des Erzgebirges ist.

 

Als altgedienter Bürgermeister habe ich in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Entwicklung der Grenzregion Deutschland/Tschechien sehr intensiv mitverfolgen können. Es ist schon eine beachtliche Entwicklung, was im Rahmen der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren entstanden ist. Am Anfang gab es sicherlich das eine oder andere an Vorbehalten, auch die Herangehensweisen unterschieden sich sicherlich deutlich. Nunmehr aber konnte neben der Förderung von unzähligen Projekten auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit deutlich intensiviert werden. Und das war ja der Zweck der Gründung der Euregio Egrensis und auch der Zweck aller Förderung. Auch wenn wir jetzt nur Zwischenfazite ziehen können, so fallen sie diesbezüglich sehr positiv aus.

 

Ich kann es aus meinen eigenen Erfahrungen und aus den Projekten, die die Stadt Eibenstock im Rahmen der EU-Förderungen und auch im Rahmen der Euregio Egrensis realisiert hat, nur bestätigen.

 

Am Beispiel des grenzüberschreitenden Radwegeprojektes „Karlsroute“ haben wir hier in Eibenstock am deutlichsten gespürt, wie diese Entwicklung vorangeschritten ist. Ich erinnere mich noch sehr genau, als wir das erste Mal in Pernink unsere Idee den tschechischen Gemeinden und Partnern vorgestellt haben. Anfänglich gab es schon Berührungsängste bzw. vielleicht auch den einen oder anderen Vorbehalt. Zum Ende des Projektes kann ich ohne Abstriche feststellen, es ist eine echte Freundschaft unter allen Partnern und Gemeinden entstanden. Es findet nach wie vor auch nach Abschluss des Projektes ein reger Austausch statt, der zum einen das Projekt weitervoranbringt und zum anderen auch neue Projekte ins Visier nimmt. Insofern möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken, die hier mitgewirkt haben und die an diesem großen Gemeinschaftsprojekt Euregio Egrensis beteiligt sind.

 

Wir sind in der Gemeinschaft der Euregio Egrensis zusammengeschlossen, weil wir die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern wollen und dabei auch die EU-Förderprogramme gemeinsam umsetzen wollen. Ich verstehe die Euregio Egrensis deshalb auch als die Stimme derer, die den gesamtstaatlichen politischen Willen zur Umsetzung des Europagedankens an der Basis umsetzen wollen und müssen. Insofern sollen wir auch unsere Stimme dazu benutzen, die staatlichen Vorgaben und Regeln zur Umsetzung der Programme umsetzungsfreundlich zu gestalten. Wer, wenn nicht wir, sind diejenigen, die mit sachlicher Kritik für Vereinfachung von Verfahren sorgen können. Was momentan mit der neuen Förderperiode Interreg V A passiert ist, kann nicht die starke Vereinfachung sein, die uns angekündigt wurde. Jeder, der derzeit Anträge gestellt hat, weiß davon zu berichten, wie endlos kompliziert die Verfahren immer noch sind.

 

Ich glaube, dass gerade wir als Kommunen in den vergangenen Jahren bewiesen haben, dass wir korrekt und zuverlässig mit dem zur Verfügung gestellten Geld umgehen können. Missbrauch war schon immer die Ausnahme. Also haben wir auch eine deutliche Vereinfachung verdient.

 

In der heutigen Zeit, wo die Flüchtlingskrise in Deutschland alle anderen Diskussionen überschattet, scheint Europa eher auseinander zu driften als zusammen zu wachsen. In der Krise aber beiweist sich meiner Meinung nach erst, wie stark der Zusammenhalt ist, wie ernst es allen Beteiligten ist, an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Dies gilt für jede Familie, für jede Fußballmannschaft, für jedes Unternehmen, für jede Gemeinde und natürlich auch für Europa. Deshalb gewinnt die Zusammenarbeit in den Grenzregionen Europas in der jetzigen Situation eine ganz neue Bedeutung. Ich sehr uns deshalb auch in der Verantwortung, mit unserer Arbeit auch wieder das gemeinsame Ziel eines einigen Europas zu befördern.

 

Nun freue ich mich, Ihnen noch ein paar Sätze zur Stadt Eibenstock sagen zu dürfen. Unsere Gemeinde war 1990 ein selbstständiger Ort mit rund 6.360 Einwohnern. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre fanden insgesamt 4 Eingemeindungen statt. Die Gemeinden Blauenthal, Wildenthal, Carlsfeld und Sosa wurden nach und nach in die Stadt Eibenstock eingegliedert. Unser Gemeindeterritorium umfasst heute 121 km², auf dem insgesamt 9 Ortsteile existieren. Von den ursprünglich weit über 10.000 Einwohnern leben auf diesem Territorium jetzt noch rund 7.600 Einwohner. Das ist ein extremer Aderlass an Einwohnern, den wir verkraften mussten. Auch heute noch verläuft die demografische Entwicklung negativ, wobei dies hauptsächlich auf der jährlichen Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen beruht. Wanderungsbewegungen gibt es zwar noch, aber sie gleichen sich einander aus. Diese hat uns aber gerade in den 90er-Jahren einen großen Verlust an Menschen gebracht, der uns heute in der Zeit des Arbeitskräftemangels schwer zu schaffen macht. Es sind ja gerade diejenigen gegangen, die gut ausgebildet waren und für die damals nicht genug Arbeit da war. Diese Fachkräfte fehlen uns natürlich jetzt auf der ganzen Linie und sind mittlerweile auch Ursache dafür, dass Unternehmen bei uns nicht mehr expandieren, geschweige denn sich hier ansiedeln.

 

Wir haben in den vergangenen Jahren auch aufgrund des starken Rückgangs der Industrie eine Tourismusentwicklung in Angriff genommen, die bis heute bereits viele Früchte getragen hat. In der Tourismuswirtschaft gibt es nunmehr in unserer Stadt auch die meisten Arbeitsplätze. Doch dieser Prozess des Strukturwandels ist noch lange nicht abgeschlossen. Ich musste selbst erfahren, dass es gar nicht so einfach ist, einen eher industriell geprägten Landstrich in eine Tourismusregion umzufunktionieren. Den Tourismus in die Köpfe der Menschen hineinzubringen ist tausend Mal schwerer, als mithilfe von Fördermitteln Infrastrukturobjekte zu errichten. Mit den Badegärten Eibenstock, den zahlreichen Hotels, den Wintersportanlagen, aber auch der touristischen Kleininfrastruktur haben wir bedeutsame Projekte geschaffen, die zusammen funktionieren und uns zu einem beliebten Urlaubsort machen.

 

Aber auch der Tourismus ist, wie jeder andere Wirtschaftszweig auch, einer ständigen Weiterentwicklung unterworfen. Jede Region, die sich touristisch entwickeln möchte, sieht sich auch einer Konkurrenz im nationalen Maßstab gegenüber. Nun ist Konkurrenz nicht unbedingt etwas Schlechtes, aber es erfordert immer wieder die notwendigen Anstrengungen zur Weiterentwicklung. Aus diesem Grunde müssen wir in Eibenstock und alle anderen Orte im Erzgebirge oder auch in der Euregio Egrensis immer weiter daran arbeiten, unsere Qualität zu verbessern. Insofern werden Förderprogramme, wie das Interreg 5 Programm, auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Entwicklung unserer Region darstellen.

 

Konkurrenz schließt ja eine Zusammenarbeit nicht aus. Die Euregio Egrensis ist ein sehr gutes Beispiel und auch eine sehr gute Institution dafür, dass interkommunale Zusammenarbeit die Entwicklung einer ganzen Region befördern kann. An diesem Ziel wollen wir alle gemeinsam weiterarbeiten. Deshalb bedanke ich mich bei allen Akteuren, die hauptamtlich und ehrenamtlich für die gemeinsamen Ziele der Euregio Egrensis eintreten. Aus diesem Grunde möchte ich allen Preisträgern des heutigen Tages meine herzlichen Glückwünsche überbringen. Wünschen wir uns auch weiterhin eine gute gemeinsame Zusammenarbeit, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

 

Uwe Staab

Bürgermeister