Sie haben keinen Flashplayer installiert.
Klicken Sie auf folgendem Link (kostenfrei installieren):

Get Adobe Flash player
zum Sommerpanorama
zum Winterpanorama
 deutsch  english  cz 
HOME  |  IMPRESSUM  |  KONTAKT  |  DRUCKEN
Unsere StadtTourismusAktuellesWirtschaftWebcamsBürgerservice
Suchen & Buchen
vom:
bis:
Auch zeitweise belegte Unterkünfte einbeziehen.
Personen
Gruppe
(auf mehrere Zimmer der Unterkunft verteilt)
Prospekte bestellen

Grußwort zur Fertigstellung des „Hundertweltenhauses“ am 31. August 2016

Sehr geehrte Familie Schreier,

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wenn man vor 25 Jahren am ehemaligen Gasthof „Zur Talsperre“ rechts in die Ludwig-Jahn-Straße eingebogen ist, dann fuhr man auf einer sehr schlechten Straße zur Rechten vorbei an einer wie eine Brache anmutenden alten Fabrik, zur Linken an einer fast zugewachsenen Hartplatzsportfläche direkt auf ein altes Heizhaus zu, vor dem riesige Häufen Braunkohle lagerten. Die Straße endete an einer alten Scheune, die ebenfalls sehr baufällig war. Hinter der Scheune lag ein altes Schuttloch, das gerade erst abgedeckt worden war. Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Stadt Eibenstock das ehemalige Hotel „Am Bühl“ übernommen und mit einer eigenen Gesellschaft versucht, dieses Haus zu betreiben, um das wenige an Tourismus, was es in unserem Ort gab, zu erhalten bzw. nicht auch noch kaputt gehen zu lassen. Leider existieren von dieser Zeit kaum Fotos, die aussagekräftig genug sind, um diesen Zustand zu dokumentieren.

 

Wenn man heute diese Straße entlangfährt, fährt man auf einer neu gebauten Straße in den für den örtlichen Tourismus wohl wichtigsten Teil unserer gesamten Stadt hinein, und da beziehe ich auch unsere Ortsteile mit ein. Drei modernisierte bzw. neu gebaute Hotels, die Badegärten Eibenstock, eine modernisierte und neusten Standards entsprechende Sportanlage, eine Reithalle, ein Aussichtsturm mit Kinderspielplatz, Parkplätze und natürlich der „Kunsthof“ mit dem „Hundertweltenhaus“, vor dem wir heute hier stehen. Die Farbigkeit der Gebäude hier am Eingang des von mir eben beschriebenen Gebietes lässt nichts mehr von der einstigen Altanlage erkennen. Somit ist dieser Ort hier auch irgendwie symbolisch für die Umgestaltung dieses gesamten Bühlgeländes bzw. der Stadt. Was hier geschehen ist, ist wirklich ein Beispiel dafür, wieviel Gutes sich in unserem Land seit 1990 entwickelt hat.

 

Antoine de Saint-Exupéry hat einmal gesagt:

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Um eine solche wie eben beschriebene Entwicklung zu erreichen, bedurfte es der Vision, Eibenstock zu einem Tourismusort machen zu wollen. Es bedurfte Menschen die diese Vision in sich aufnahmen und für sich Ziele daraus entwickelten.

 

Als vor rund 7 Jahren Kerstin und Wolf-Dietrich Schreier zu mir ins Büro kamen und mir mitteilten, dass sie Interesse daran hätten, das alte Gelände der Sticktex zu erwerben und daraus im Rahmen eines langfristigen Projektes einen „Kunsthof“ zu errichten, war ich natürlich von dieser Idee sehr begeistert. Hatte doch bis zu diesem Zeitpunkt niemand eine Idee, was man aus dem vom Verfall bedrohten Industriegelände machen könnte. Zwar gelang es, im Laufe der Zeit in Abstimmung mit der Geschäftsleitung des damaligen Unternehmens einige Eigenheimstandorte entlang der Straße zu entwickeln, aber ein Gesamtkonzept lag nicht vor. Die nunmehr vorgetragene Idee war absolut interessant und ich hatte mir schon damals gewünscht, dass sie zur Umsetzung gelangen würde. Aber aufgrund meiner Erfahrungen bei solchen Projekten war ich doch skeptisch, dass so etwas finanzierbar und damit auch realisierbar wird.

 

Heute stehen wir bezüglich dieses Projektes fast am Ende der Realisierungsphase. Mit Beharrlichkeit, Ideenreichtum und auch mit Geschick ist nach und nach aus den alten Gebäuden des ehemaligen Stickereibetriebes eines der interessantesten Objekte unserer Stadt geworden. „Kunsthaus“, „Kunsthof“ und „Hundertweltenhaus“ sind Begriffe, die viele in Eibenstock bereits jetzt mit an erster Stelle nennen, wenn sie danach gefragt werden, was es denn in unserem Ort so alles Besonderes gäbe. Und dies ist in der Tat auch berechtigt. Kaum ein anderer Bereich des Kernortes hier in Eibenstock hat einen so grundlegenden Wandel vollzogen, wie hier dieser Gebäudekomplex. Wenn Sie nun die Ludwig-Jahn-Straße entlangfahren, fällt dieses vielseitig nutzbare und farbenfrohe Objekt als Erstes auf.

 

Ähnlich wie mir damals im Büro ging es natürlich dann auch dem Bauausschuss des Stadtrates, dem wenige Monate später ein schon etwas detaillierteres Konzept vorgestellt worden ist. Die Frage lautete damals, kann man sich so etwas „Verrücktes“ denn überhaupt in einem Gebiet vorstellen, das ja auch zum damaligen Zeitpunkt auch schon als zukünftiger Kurbereich für eine vielleicht spätere Kurortentwicklung vorbehalten sein sollte. Auch hier war ich wieder etwas skeptisch, wie diese Idee wohl aufgenommen werden würde. Beim „Blauen Wunder“ haben wir damals den Mut bewiesen, die äußere Gestaltung zuzulassen und wurden mit Erfolg belohnt. Auch dieses Projekt hier war ein Durchläufer. Alle waren begeistert, denn es passte zu unserer grundsätzlichen Strategie, möglichst viele Objekte in der Stadt mit Alleinstellungscharakter zu entwickeln. Dies ist mit dem gesamten Kunsthofprojekt an diesem Standort hier in besonderer Weise gelungen.

 

Ich möchte mich deshalb im Namen der Stadt Eibenstock und natürlich auch ganz persönlich bei Ihnen, liebe Familie Schreier, bedanken, dass Sie mit so viel Energie und Ideenreichtum dieses Projekt umgesetzt haben. Sie haben Risikobereitschaft bewiesen, Sie haben langem Atem bewiesen, Sie haben sich auch von Schwierigkeiten nicht aus der Bahn bringen lassen und Sie haben sehr viel Geld investiert. Deshalb wünsche ich Ihnen, dass dieser Mut auch belohnt und Ihre Einrichtung sehr gut von Bürgern und Gästen angenommen wird. Sie bieten nicht nur ein touristisches Objekt mit Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie an, sondern Sie leisten mit Ihrem kulturellen Angebot auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kultur in unserer Stadt.

 

Auch wenn die eigene Bevölkerung sich dessen vielleicht gar nicht so bewusst ist, so haben wir aber mit unseren 7.500 Einwohnern und der großen Fläche, auf die sie verteilt sind, ein Kulturangebot, was sich in mancher 15.000-Einwohner-Stadt so nicht finden lässt. Musikgruppen, Theatergruppen, tolle Veranstaltungen und ein sehr reichhaltiges Kursangebot sind etwas, was wir auch für den inneren Zusammenhalt unserer Bevölkerung benötigen. Ich wünschte mir, dass die Bürgerschaft unseres Ortes diese Angebote noch mehr und intensiver wahrnimmt bzw. sich vielleicht auch selbst mehr in die Organisation einbringt. Insofern hat die Familie Schreier einen zweifachen Beitrag in die Entwicklung unserer Stadt geleistet. Auch außerhalb des Kunstbereiches sind sie aktiv, denn auch der in wenigen Tagen stattfindende Drei-Talsperren-Marathon ist eine städtische Großveranstaltung, wobei Sie beide intensiv mitarbeiten.

 

Heute soll nun hier mit dem Aufsetzen des Zwiebelturms das „Hundertweltenhaus“ fertiggestellt werden. Damit wird es, wie schon gesagt, zu einem der interessantesten Gebäude der Stadt. Ich wünsche Ihnen, Ihren Gästen und Ihren Mitarbeitern, dass es zu einem vollen Erfolg wird und dass es sich als ein stabiler Faktor der touristischen und kulturellen Entwicklung unserer Stadt etabliert. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch weiterhin für Ihre Ideen und Projekte gutes Gelingen.

 

 

Uwe Staab

Bürgermeister