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Aus der Geschichte der Stadt Eibenstock (Überblick)

Eibenstock liegt inmitten des Naturparks Erzgebirge/Vogtland bei 640 m über dem Meeresspiegel. Im Kernort leben heute noch 5.160 Menschen. Auf einer weiten Hochfläche erstreckt sich die großzügig angelegte „Oberstadt“. Die zahlreichen Vorgärten vermitteln den Eindruck einer Gartenstadt. Dagegen reihen sich die Häuser der „Unterstadt“ - im „Rehmerbachtal“ und im „Dönitzbachtal“ (auch „Winkel“ genannt) - eng aneinander. Hier befinden sich auch die ältesten Häuschen der Stadt. Um den kompakten Siedlungskern herum breitet sich eine typische Wiesenflur aus. Ausgedehnte Wälder umgeben das Stadtgebiet. Im Norden wird die Stadt vom Tal der Zwickauer Mulde begrenzt. Dort liegt die Trinkwassertalsperre Eibenstock, das „Erzgebirgsmeer“ genannt, weil sie das größte Gewässer im Erzgebirge und in ganz Sachsen ist. Hinter den Höhenzügen im Westen beginnt das Vogtland. Nach Süden hin steigen die Berge steil an, um auf dem Erzgebirgskamm gute 900 m ü. NN. zu erreichen. Im Westen, Süden und Osten umschließt eines der größten Waldgebiete Sachsens die alte Bergstadt Eibenstock. Der Auersberg (1020 m) thront über allem.

 

Noch vor 1000 Jahren bedeckte schwer durchdringbarer Urwald (der Miriquidi) das Gebiet des heutigen Naturparks Erzgebirge/Vogtland. Viele wilde Tiere lebten in ihm. Menschen siedelten in ihm noch nicht, aber sie durchquerten ihn. Vor dem Beginn der Völkerwanderung (4./5. Jahrhundert) lebten im weiten Umfeld germanische, danach slawische Volksstämme. Saumpfade querten den Böhmisch – Meißnischen Grenzurwald. Vermutlich verlief eine alte Salzstraße über den Erzgebirgskamm, aus dem Gebiet des Hartmannsdorfer Forsts kommend, durch unsere Wälder hin zum Wildenthaler und Frühbusser Pass. Die ersten wirklichen Siedler dürften infolge der feudalen deutschen Ostexpansion im 12. Jahrhundert hierher gekommen sein. Beauftragte deutscher Könige nahmen Schritt für Schritt große Territorien in Besitz, die seit der Völkerwanderung zum slawischen Siedlungsgebiet gehörten. Diese Territorien nutzten dem König und seinen Vasallen, den Feudalherren, nur, wenn sie bewirtschaftet wurden. Reichtum bestand im Besitz von Land, das von Untertanen bewirtschaftet wurde. In den alten deutschen Reichsgebieten wurden Menschen, vorwiegend Bauern, gewonnen, in neu geschaffene Herrschaften zu ziehen und dort zu siedeln. Diese Bauern rodeten Wald und machten Boden urbar. Sie bauten notdürftige Unterkünfte, wurden sesshaft. Eine solche Bauernsiedlung bestand in der Mitte des 12. Jahrhunderts auf dem Gebiet des heutigen Eibenstock. Sie gehörte zur Herrschaft Schwarzenberg.

 

Ortsnamen und Flurbezeichnungen weisen darauf hin, dass die Siedler, die in unsere Gegend kamen, ihre Heimat in Oberfranken, an der Pegnitz, hatten. Dort gibt es bis in die neuere Zeit: Auerbach, Hartenstein, Thalheim, Lauterhofen, Krottensee, auch einen Weiler Eibenstock. Die Anlage des Dorfes als Waldhufendorf weist ebenfalls in diese Richtung. Eine Besonderheit der Dorfanlage bestand darin, dass die üblicherweise streifenweise Fluranlage, durch das Gelände bedingt, radial verlief. Im Ortskern lagen drei Freihöfe. Wie die Radien eines Kreises erstreckten sich die Hufen ringsum. Neben der Fluranlage unserer Stadt, weisen auch Gemeinsamkeiten der Mundart nach Oberfranken. Dokumente, die das belegen, gibt es nicht. Deshalb muss erwähnt werden, dass in früherer Zeit auch über einen slawischen Ursprung unseres Ortes nachgedacht worden ist. Namen und Bezeichnungen slawischen Ursprungs gaben dazu Anlass. Der Nachweis für eine slawische Besiedlung des Gebirges konnte bis heute nicht erbracht werden. Nicht ausgeschlossen wird eine saisonale Nutzung der Wälder, die mit der Anlage kleiner Lager oder „Camps“ verbunden war. Von einer Siedlung kann man in einem solchen Fall noch nicht sprechen.

Laden Sie sich den kompletten Überblick zur Stadtgeschichte hier herunter: