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Rede zur Eröffnung der Staumauer Sosa für den Besucherverkehr am 1. September 2017

Sehr geehrter Landrat,

Sehr geehrter Herr Zobel,

Sehr geehrte Damen und Herren Anwesende,

 

der Blick über eine Wasserfläche, die rundherum von einer schönen Landschaft eingerahmt ist, hat immer etwas Besonderes und Magisches an sich. Deshalb suchen Menschen oft und gerne solche Plätze auf, von wo aus man solche tollen Blicke in sich aufnehmen kann. Heute stehen wir gemeinsam an einem solchen Ort, der bisher für die meisten Bürger und Gäste unserer Region nicht zur Verfügung stand. Umso mehr freut es mich, Sie heute anlässlich der Eröffnung der Mauerkrone der Trinkwassertalsperre Sosa hier begrüßen zu dürfen.

 

Auf dem Territorium unserer Gemeinde befinden sich 3 Talsperren, die allesamt Trinkwassertalsperren sind. Beim Blick auf die Wasserflächen ist den meisten nicht bekannt, dass nur 2,5 % des gesamten Wassers auf unserer Erde als Süßwasser zur Verfügung stehen. Zwei Drittel dieses Süßwassers befinden sich wiederum als Eis an den Polen und stehen daher für uns als Trinkwasser auch nicht zur Verfügung. Somit steht den Lebewesen auf der Erde gerade einmal ein Drittel des weltweiten Süßwasservorrats als Trinkwasser zur Verfügung. Und wir gehören zu den Gemeinden, die 3 große Fässer davon auf ihrem Territorium zu behüten haben.

 

Ich stelle ganz bewusst voran, dass es, bei aller Freude darüber, dass heute nun auch die dritte Staumauer für den Besucherverkehr freigegeben wird, für uns keine Selbstverständlichkeit ist. Ich gehöre auch zu denjenigen, die immer die Einbeziehung der Trinkwassertalsperren in unsere touristischen Angebote befürwortet hat. Aber ich bin mir auch immer bewusst gewesen, dass wir hier keine leichtfertigen Entscheidungen treffen können und dass man Verständnis für alle Partner aufbringen muss, die bei der touristischen Erschließung einer Region beteiligt und betroffen sind. Insofern ist es für uns zu allererst ein Gefühl der Dankbarkeit, was wir der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen bzw. des Betriebes Zwickauer Mulde/Obere Weiße Elster entgegenbringen möchten.

 

Wir wissen, dass diese Entscheidung zur Öffnung der Mauerkronen durchaus eine strategische Grundsatzentscheidung ist. Wer sich ein wenig mit dem politischen Thema „Wasser“ beschäftigt, wird schnell gewahr, dass Wasser längst die Strategie der Menschen und Völker bestimmt. Er ist der Grundstoff des alltäglichen Lebens eines jeden Menschen und gleichzeitig ein nicht weniger bedeutender Grundstoff für die gesamte Entwicklung der Wirtschaft bzw. der Gesellschaft. Wasser wird längst intensiv ausgebeutet. Die Flüsse und Ströme dieser Welt, Wassersysteme und Wasseraufbereitungsanlagen sind überlebenswichtige Anlagen für die Menschheit. Deshalb sagen viele Experten voraus, dass künftige Kriege nicht um Öl, sondern um Wasser geführt werden. Denn es ist viel kostbarer.

 

Nicht nur die Nutzung des Wassers ist dabei von Bedeutung, sondern auch die Bändigung seiner natürlichen der Urgewalt bei Wetter und Klima. Uns allen sind in diesen Tagen die Bilder von der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Texas in Louisiana gegenwärtig. Die Beherrschung von Wasser ist deshalb genauso wichtig, wie seine sorgsame Nutzung.

 

Die Talsperren weltweit sind deshalb immer in einer Doppelfunktion da. Zum einen schützen sie die Menschen vor Hochwasser, indem sie die Fluten bändigen, und zum anderen sorgen sie für eine ständige Verfügbarkeit und zur Kontinuität der Versorgung für uns Menschen. Eigentlich eine geniale Erfindung. Doch wir wissen wohl zu gut, dass Talsperren auch anfällig sind für verschiedene Begehrlichkeiten.

 

Ohne Schutz geht es insbesondere bei Trinkwassertalsperren nicht. Wir sind ja als Stadt in besonderer Weise auch Betroffene. Große Teile unseres Territoriums sind Trinkwasserschutzzonen. Dies wirkt sich natürlich und unmittelbar auf die Entwicklung unserer Strukturen aus. Diese Tatsache ist neben anderen Faktoren schon auch ein Grund dafür, warum gerade die gewerbliche Wirtschaft sich nicht im gleichen Maß wie im restlichen Sachsen entwickeln konnte.

 

Der Trinkwasserschutz war und ist eine besondere Bürde der Verantwortung für den Ort. Aber wir sind dieser stets auch gerecht geworden. Ich denke zum Beispiel an die Lösung des Abwasserproblems, was uns vor 25 Jahren kaum einer zugetraut hat. 98 % der Gebäudegrundstücke im Einzugsgebiet der Talsperren sind an das Kanalnetz angeschlossen. Zwei große Halbringleitungen entsorgen das Einzugsgebiet von Eibenstock. Dahinter steckt eine gewaltige Anstrengung. Darauf können wir stolz sein. Man sieht daran auch, dass wir unseren Beitrag auch geleistet haben.

 

Heute haben wir mit neuen Bedrohungen zu tun. Ich möchte nur das Problem des Terrorismus als Beispiel erwähnen. Eine vollständige Sicherheit von Staumauer und Wasserkörper kann niemand geben. Auch die Unvorsichtigkeit und die Gewissenlosigkeit vieler Menschen im Umgang mit dem Trinkwasserschutz nimmt weiter zu. Deshalb möchte ich neben der Dankbarkeit auch die in uns gesetzte Verantwortung für eine touristische Nutzung der Trinkwassertalsperren zum Ausdruck bringen. Jeder, der auch über diese Mauer geht, soll sich dieser Verantwortung bewusst sein.

 

Die Mauerkrone der Talsperre Sosa gibt uns die Möglichkeit, das gesamte Auersberggebiet touristisch weiter zu erschließen und attraktiver zu machen. Nunmehr kann der Drei-Talsperren-Wanderweg so gelegt werden, dass er über alle drei Mauern in Eibenstock, Carlsfeld und Sosa führen kann. Für den Ort Sosa bietet er die Möglichkeit, attraktive Rundwanderwege anzubieten.

 

Die Talsperre Sosa war schon immer ein kleines landschaftliches Juwel. Die verschiedenen Blickbeziehungen, die man beim Durchwandern des Rundweges dabei hat, suchen ihresgleichen. Aus diesem Grunde bin ich mir sicher, dass es in den nächsten Tagen und Wochen zu einer kleinen Besucherinvasion kommen wird. Viele Wanderfreunde aus nah und fern werden es sich nicht entgehen lassen, dieses Highlight einer jeden Wanderung in Sosa für sich zu entdecken.

 

Für Sosa selbst entsteht gerade hier an der Zufahrt neben dem Parkplatz eine Schauköhlerei und vielleicht noch das eine oder andere, was einen Tagesausflug gerade für diesen Standort hier interessant macht. Ein kleiner Wermutstropfen besteht natürlich darin, dass mit der Schließung des Meilers eine gute Ausflugsgastronomie fehlt. Diese würde den Standort hier nahezu perfekt für einen Tagesausflug machen. Aber dies ist vielleicht ein Projekt für die Zukunft, das sich langsam entwickeln muss.

 

Ich möchte mich im Namen der Bürgerschaft von Sosa und natürlich auch der gesamten Stadt Eibenstock und im Namen aller Touristen, die unsere schöne Region besuchen werden, beim Freistaat Sachsen bedanken. Ein besonderer Dank gilt Betriebsleiter, Herrn Zobel, für seine Unterstützung. Er hat für die touristischen Belange unserer Region stets ein offenes Ohr.

 

Wünschen wir uns gemeinsam, dass auch die Nutzung dieser Mauer so reibungslos und so ohne Vorkommnisse stattfindet, wie es bei den anderen beiden Mauerkronen schon seit Jahren der Fall ist.

 

Uwe Staab

Bürgermeister